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Gedanken zur Jugendfeier 2014

Am  26.04.2014 fand die diesjährige Jugendfeier in Braunschweig statt, wir hatten 31 Teilnehmer und über 300 Gäste. Im Jahr 2013 waren es 15 Teilnehmer, nachdem es keine Jugendfeier im Jahr 2012 in Braunschweig gegeben hatte. In Vorbereitung auf die Veranstaltung im letzten Jahr konnten wir die Naturfreundejugend Braunschweig als Partner gewinnen und so an eine über 100järige Tradition der Braunschweiger Freidenker anknüpfen. An der Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Veranstaltung beteiligte sich der Jugendverband des HVD als neuer Partner.
Im Herbst letzten Jahres fand eine Vorbereitungsveranstaltung mit Interessenten und Eltern statt. Weitere Veranstaltungen gab es Ende November, Anfang Januar, im März und Anfang April. Im November, Januar und Anfang April gestalteten wir die Veranstaltungen in Objekten der Naturfreunde im Harz. Es standen am ersten Wochenende Themen wie Homophobie, Diskriminierung, Anderssein, und Courage nicht nur auf dem Plan. Des Weiteren spielten weltliche Jugendfeiern, ihre Ursprünge und Traditionen eine Rolle. Das ganze wurde abgerundet durch Unterhaltung, Spiel und eine Wanderung durch den verschneiten Winterwald. Ja am ersten Wochenende (erster Advent) im Harz lag Schnee, nicht gerade wenig und so war selbst eine Schneeballschlacht möglich.
Am zweiten Wochenende waren die Hauptthemen Philosophie und Ökonomie/Geschichte. Den zweiten Part hatte ich übernommen, somit konnte ich leider an der Philosophieveranstaltung nicht teilnehmen, da die Veranstaltungen parallel liefen. Schade, hätte mich schon interessiert, habe ich mich doch vor vielen Jahren selbst einmal etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt. Zum Kernpunkt der Veranstaltung Geschichte und Ökonomie machte ich den ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch vor 100 Jahren, sowie die Ursachen desselben. In die Veranstaltung wurde der Freidenker Nr. 4-13 mit einbezogen. Die meisten Teilnehmer hatten den ersten Weltkrieg in der Schule noch nicht behandelt, ob dieses ein Vorteil oder Nachteil war, kann ich nicht sagen, aber Parallelen in die Gegenwart ziehend, kam in beiden Gruppen eine interessante Diskussion zustande. An dem Wochenende wurde sich weiter auf die Festveranstaltung vorbereite, wobei die Jugendlichen in mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen aufgeteilt waren. Eine Gruppe bereitete kurze Reden vor, eine zweite übte ein Musikstück ein und eine dritte Gruppe arbeitete an einen kurzen Film über die Teilnehmer. Abgerundet wurde das Wochenende durch Spiel und Spaß, Schnee hat leider keiner gelegen und so ist die geplante Rodelpartie ausgefallen.
Die Märzveranstaltung fand in der Gedenkstätte der Salzgitter AG (ehemals Herman Göring Werke) statt, es war eine Tagesveranstaltung, welche zum Hauptthema die Zeit des Faschismus in Deutschland hatte und wo anhand des Lebens von Zwangsarbeitern das Menschenverachtende System des Faschismus und der dahinter stehenden Gruppierungen entlarvt werden konnte. Gerade in der Gegenwart ist es wichtig junge Menschen mit dieser Zeit zu konfrontieren, wobei sich mir der Anschein aufdrängt, das mit der Aufarbeitung dieses Kapitels deutscher Geschichte in Unternehmen in den alten Bundesländern erst in den 1990iger Jahren begonnen wurde. Die Gedenkstätte in Salzgitter wurde nach langem Kampf, wie ich von einem Freidenker aus Salzgitter erfahren konnte, in den 1990iger Jahren erst eingerichtet, also zu einer Zeit, als die Nachkriegsordnung in Deutschland, mit dem Untergang der DDR, erhebliche Veränderungen erfahren hatte. In der DDR wurde mit der Aufarbeitung dieser Geschichte in Betrieben nicht solange gewartet. Wie der bleibende Eindruck der Teilnehmer sein wird, kann ich nicht sagen, aber als wir die Gedenkstätte verlassen haben, waren sie etwas ruhiger als sonst und nachdenklich.

Am letzten Vorbereitungswochenende standen Ablauf und Gestaltung der Feierstunde im Vordergrund. Es wurde an den einzelnen Projekten weitergearbeitet, wobei Ergebnis und Engagement sehr unterschiedlich waren. Während eine Gruppe ihrer Aufgabe in Vorbereitung der Feierstunde nachging, konnten die anderen Gruppen entweder Kistenklettern und Messerwerfen, oder den Umgang mit Feil und Bogen üben, wobei sich letzteres besonderer Beliebtheit erfreute.
Am  26.04.2014 war die Festveranstaltung und wie anfänglich erwähnt, war der Raum voll besetzt und wie zur Vorstellungsrunde hatten die einzelnen Vereine Materialien ausgelegt. Im Großen und Ganzen eine gelungene Veranstaltung, welche den Beteiligten nicht nur in würdiger Erinnerung bleiben wird, sondern auch als Spiegel der Entwicklung, nicht nur der Jugendlichen im Übergang vom Kind- zum Erwachsensein, gesehen werden kann. So wurde z. B. während der Begrüßung von einem der Vereinsvertreter ein „Co. Referat“ gehalten (ca. 3min Redzeit zur Vorstellung waren vereinbart) und der Festredner konnte leider vom Wahlkampf nicht lassen. Aber auch so etwas kommt vor und auch wenn die Jugendfeier in Braunschweig eine mehr als 100 Jährige Tradition hat, in der Konstellation wie jetzt, mussten und müssen die Beteiligten erste ihre Erfahrungen sammeln.

Thomas  Loch

Ein Bericht von der Festveranstaltung am 26.04.2014 in Braunschweig findet sich auf der Seite der Naturfreundejugend Braunschweig.

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 08. Juni 2014 um 16:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Braunschweig, Jugendweihe, Niedersachsen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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