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Dresden – Paris und zurück

Dienstag, 13. Januar 2015 von Webredaktion

Freidenker-Brief Nr. 1/2015 v. 9. Januar 2015

Dresden – Paris und zurück

Der kaltblütige Mord in Paris hat weltweit Trauer ausgelöst. Die Geschwindigkeit allerdings, mit der Politik und Medien bereits die Motive der Mörder kennen, bevor sie die Mörder kennen, geschweige denn Ermittlungen begonnen hätten, muss sehr verwundern. Die schnelle Deutung und Schuldzuweisung könnte auf hellseherischen Fähigkeiten beruhen, oder einem schon existierenden ‚Drehbuch‘. Nach der fixen Schuldzuweisung an Muslime und den Islam verblüfft als Nächstes, dass die selben Politiker und Medien davor warnen, das Pariser Attentat könnte Wasser auf die Mühlen von ‚Ausländerfeinden‘ und jenen sein, die gegen „Islamisierung“ demonstrieren. Also der Geschichte erst selbst diesen Dreh geben, dann davor warnen?

Dürfen angesichts der Einstimmigkeit überhaupt Zweifel angemeldet werden, oder wird das als Kumpanei mit Mördern denunziert? Albrecht Müller von den Nachdenkseiten weist auf das unaufgeklärte Oktoberfest-Attentat in München und jenes in Bologna 1980 hin, und zitiert wikipedia:

„Die Strategie der Spannung (italienisch strategia della tensione) ist ein 1990 in Italien bekannt gewordener Begriff für eine Reihe unter „falscher Flagge“ inszenierter terroristischer Aktivitäten von italienischen Geheimdiensten, Rechtsextremisten, der NATO/CIA-Geheimorganisation Gladio und der Geheimloge Propaganda Due (P2). Diese hatten das Ziel, die öffentliche Meinung zu Ungunsten der politischen Linken zu manipulieren, insbesondere der Kommunistischen Partei Italiens. Weil sich ähnliche Vorgänge auch in anderen Ländern nachweisen ließen, wird der Begriff mittlerweile generell für bestimmte staatsterroristische Aktivitäten verwendet, siehe Strategie der Spannung.“

Beim Stichwort „falsche Flagge“ erinnert ein Vorfall unwillkürlich an die Vorgänge um den 9/11 in New York – ein „vergessener“, „gefundener“ Personalausweis, mit dem ein Täter gewissenhaft zu Massenmord gereist sein soll. Und wundersamer Weise sollen sich die Attentäter als Al Qaida bezeichnet haben! Ob sie den Ursprung des Namens kennen, jener Datei/Datenbank der CIA, in der die Namen angeworbener Kollaborateure in Afghanistan gesammelt wurden?

Vor allem muss immer wieder auf die Ursachen der Entwicklung einschließlich solcher Attentate hingewiesen werden: Zunächst in Afghanistan, dann in Bosnien und im Kosovo wurden Islamistische Terroristen von den USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Golfmonarchien rekrutiert, bewaffnet, trainiert und zur Zerstörung von Staaten eingesetzt.

Mit dem 11.09., dem Einfall in Afghanistan und dem zweiten Irak-Krieg wurde die “Islamische Gefahr” kreiert als Dauerkriegspropaganda für die Heimatfront. Im Irak wurde ein Staatswesen zerstört, in dem religiöse Koexistenz herrschte, und durch ein Chaos ersetzt, das den bewaffneten Kampf von Konfessionen als zentralen Hebel zur dauerhaften Schwächung und Beherrschung des Landes einsetzt. Ebenso wurde in Libyen ein Staat zerstört und ins Chaos gestürzt, in dem religiöser Friede herrschte, wobei islamistische Söldnerbanden als Bodentruppen der NATO eingesetzt wurden.

Beim nächsten Krieg, der Aggression gegen Syrien, wurde und wird wieder ein Staat zerstört, in dem vordem Menschen unterschiedlicher Konfession friedlich zusammenlebten. Die USA und die anderen westlichen falschen “Freunde Syriens” haben erneut im Zusammenwirken mit den Golfmonarchien islamistische Söldnerbanden geschaffen, die den imperialistischen Stellvertreterkrieg führen. Wenn Muslime aus westlichen Ländern bei diesen Söldnerbanden anheuern, ist die scheinheilige Empörung bei den westlichen Politikern groß, obwohl völlig ungeklärt ist, ob sie der salafistischen oder der NATO-Propaganda folgten.

Obwohl diese Söldner doch im Kampf des Westens gegen die syrische Regierung ihr Leben riskieren, werden sie propagandistisch nochmals missbraucht, um dem heimischen Publikum die “islamische Gefahr” nahezubringen.

Und wenn die Saat der über zehn Jahre andauernden Anti-Islam-Hetze aufgeht, und sich in Pegida u.ä. Protesten entlädt, sind die gleichen Politiker und Medien schnell bei der Hand, diese Demonstranten als Deppen und als Nazis zu beschimpfen. Dabei handelt es sich um Betrogene, betrogen von den gleichen, die sie jetzt verächtlich machen, Betrogene, die den Betrug nicht durchschauen, und so das Geschäft der Betrüger betreiben.

Sie glauben, für ihre Interessen zu demonstrieren, und werden doch nur am Nasenring durch die Manege geführt. Die passende Abkürzung müsste eigentlich Vwuswf lauten – „Verarschen lassen und sich wohl fühlen“.

Kritik an den Pegida-Demonstranten ist wohlfeil. Aber eine Kritik, die diese Zusammenhänge nicht offenlegt und thematisiert, ist keine Aufklärung und kein Antifaschismus, sondern spielt im herrschenden Betrugssystem mit.

Klaus Hartmann
Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes

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Freidenker 4-12 EXTRA Dezember 2012

Sonntag, 30. Dezember 2012 von Webredaktion
Im Freidenker 4-12 EXTRA Dezember 2012 ist unter anderem ein Text enthalten, welcher mit „Aufgabe der Aufklärung: Die Richtigstellung der Begriffe““ überschrieben ist. Einleitend ist zu lesen: „
„Der Deutsche Freidenker-Verband sieht das Ziel der historischen Aufklärungsbewegung, die Durchsetzung der Vernunft im geistigen und wissenschaftlichen Leben, für nicht erreicht an, und daher in der Fortsetzung der Aufklärung eine zentrale Aufgabe.
In unserer programmatischen „Berliner Erklärung“ charakterisieren wir Freies Denken u.a. als ein Denken, „dem die Überzeugung zugrunde liegt, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, sich ein Bild von der Welt, wie sie wirklich ist, und seinem Platz in ihr zu machen, seinen Selbstwert aus diesem Zusammenhang zu begreifen und seinem Leben so begründet einen Sinn zu geben“.
Dieser Erkenntnisoptimismus wird oft auf eine harte Probe gestellt. In Gesellschaft, Staat und Politik sind auch heute ‚moderne’ Dunkelmänner am Werk, ihr interessengeleiteter Dogmatismus wird nicht mehr nur von Kirchenkanzeln gepredigt, sondern mithilfe einer milliardenschweren Bewusstseinsindustrie in die Kopfe gehämmert. Die herrschende imperialistische Ordnung soll als gottgewollt und alternativlos erscheinen und geduldet werden.
Um die Akzeptanz irrationaler Verhältnisse zu erreichen, setzt die herrschende Ideologieproduktion mit ihren Leitmedien neben „Zerstreuung“ auf die massenhafte Verbreitung von Irrationalismus. Ungläubige werden zwar nicht mehr als Ketzer verbrannt, aber als ‚Unbelehrbare’ oder ‚Verschwörungstheoretiker’ gebrandmarkt.
Die Kritik an Medien und Medienlügen, an besonders drastischen Beispielen von Meinungsmanipulation und Gehirnwäsche, gilt nicht durchweg als Teufelszeug, sondern hat im Kulturbetrieb einen eigenständigen, teils geachteten Platz. Erkenntnisse wie jene des Publizisten Paul Sethe „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“, sind nicht verboten. Der im letzten Irakkrieg geprägte Begriff des „eingebetteten Journalismus“ wird sogar belächelt und vielfach als Synonym für Selbstzensur und – mehr oder weniger freiwillige – Gleichschaltung verstanden.
Trotzdem haben punktuelle Proteste gegen besonders hohlen Flachsinn oder dreiste Lügen sowie partielle Einsichten in die Funktionsweise der Bewusstseinsindustrie leider selten eine nachhaltig befreiende Wirkung, die auch beim nächsten Manipulationsversuch noch standhielte und immunisierte. Paradoxerweise scheinen sie (fast) systemstabilisierend zu wirken, denn die „große Lüge“ bleibt verborgen und unangetastet.
So unverzichtbar die Aufdeckung von Desinformationskampagnen, der Unwahrheiten, Fälschungen und Verdrehungen bleibt – sie entspricht der „Entlarvung des Priesterbetrugs, einer frühen Stufe der Aufklärung also“ (Arnold Schölzel). Eine höhere und nachhaltige Stufe der Aufklärung erfordert, den Voraussetzungen und Mechanismen der „großen Lüge“ auf die Spur kommen. Gegen den verlockenden Reiz, zum ideologischen „Mainstream“ zu gehören“, muss durch widerständische Bildung die Lust zu Widerspruch und Ungehorsam geweckt werden.“weiter

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Die Redaktion des „Freidenker“ ist erreichbar über die E-Mail-Adresse mail redaktion@freidenker.de.

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Film und Diskussionsveranstaltung des DFV in Köln

Montag, 16. Juli 2012 von Webredaktion

Heute als Information erhalten und auch wenn ich die Veranstaltung am 21. Juli 2012 trotz Interesse nicht wahrnehmen kann, sei sie hier empfohlen. Eventuell gibt es ja Leser dieser Seite, welche aus dem Raum Köln stammen, dort leben und sich für das Thema der Veranstaltung, „DAS FEUER, DAS SIE LÖSCHEN WOLLEN, NÄHREN SIE SELBST“, erwärmen können. Veranstalter ist der Landesverband NRW des Deutschen Freidenker-Verband. Näheres kann dieser Einladung entnommen werden. Für nicht organisierte Freidenker sicher auch eine gute Gelegenheit den Deutschen Freidenker-Verband kennenzulernen.


Freidenker-Verbandstag in Nürnberg

Donnerstag, 12. Juli 2012 von Webredaktion

Am 2. und 3. Juni 2012 fand in Nürnberg der Freidenker-Verbandstag statt, zu welchen 3 Mitglieder des DFV-Niedersachsen gereist waren. Weitere Informationen können dem folgendem Text entnommen werden, welcher von der Seite des Deutschen Freidenker-Verbandes übernommen wurde:

Für eine Kultur des realen Humanismus und der Vernunft

Am 2. und 3. Juni 2012 kamen die Delegierten der Landesverbände des Deutschen Freidenker-Verbandes (DFV) zu ihrem Verbandstag in Nürnberg zusammen, dem höchsten Gremium der sich als Weltanschauungsgemeinschaft, Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen und Kulturorganisation verstehenden Organisation. Der Kongress betonte die Notwendigkeit, der herrschenden Politik zur Zerstörung von Humanität und Vernunft mit weltanschaulicher Aufklärung entgegenzutreten. Die Freidenker folgen dabei der von Karl Marx formulierten Aufgabe einer »Philosophie im Dienste der Geschichte«, »nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven«.


Freidenker-Verbandstag 2012 in der Villa Leon, Nürnberg

Die Krise des Kapitalismus verursache nicht nur ökonomische und soziale Verwüstungen, sondern bewirke weltanschaulich wachsenden Irrationalismus und kulturell eine breite Entzivilisierung, so der DFV. Dazu zähle, Beschäftigte und Erwerbslose mit nationalistischen Parolen in Deutschland und Griechenland, Frankreich und Portugal oder in anderen Ländern gegeneinander aufzuhetzen. Dafür stehe weiter die Tendenz, soziale Gruppen nach Maßstäben kapitalistischer Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Effizienz zu sortieren bzw. »Nutzlose« und »Ineffiziente« auszusortieren. »Eine Gesellschaft mit solchen Chefideologen braucht keine Nazis mehr«, stellte der Verbandsvorsitzende Klaus Hartmann in seinem Bericht fest.

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