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Besuch in der Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Montag, 09. Februar 2015 von Webredaktion

KZ-Drütte

Am 07.02.2015 besuchten die Teilnehmer in Vorbereitung auf die Jugendfeierstunde 2015 in Braunschweig die Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte. Die Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände der Salzgitter AG und um 9:30Uhr trafen sich die Teilnehmer vor Tor 1 des Werkes. Nach betreten des Betriebsgeländes gab es eine kurze Einleitung zur Entstehung der ehemaligen Hermann Göring Werke auf der „Grünen Wiese“ und deren Aufgabe. Die Rüstungsindustrie brauchte Stahl und um von Rohstoffimporten unabhängig zu sein, begann man Erzlagerstätten, welche bis dahin nicht genutzt wurden, weil der Aufschluss des Erzes zu aufwendig war, unter Berücksichtigung aktueller technologischer Entwicklungen, auszubeuten.
Zur Produktion wurden Arbeiter gebraucht und angeworben, allein konnte der Bedarf so nicht gedeckt werden und besonders nach Kriegsbeginn, wo viele Männer zum Wehrdienst eingezogen wurden, wurde der Bedarf an Arbeitskräften durch Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten und ab Ende 1942 auch durch KZ-Häftlinge gedeckt. Das Leben letzterer war Gegenstand der Jugendstunde.
In einer ehemaligen Bushaltestelle aus den 1950iger Jahren, an der Hochstraße, über dem ehemaligen Lagerbereich gelegen, wurden das Lager an Hand eines Models und verschiedene Abläufe im Leben der Häftlinge erklärt. Anschließend ging es eine Treppe hinab, unter der Hochstraße hindurch, in den Lagerbereich. Nach kurzen, weiteren Erläuterungen durch die Leiterin der Gedenkstätte, ging es in eine der ehemaligen Unterkünfte der Häftlinge unter der Hochstraße. Dort gab es weitere Erläuterungen, sowie Gruppenarbeiten zu verschiedenen Themen, wie z. B. Kleidung, Essen, Arbeiten, Leben, Außenkontakten der Häftlinge. Die einzelnen Sachgebiete konnten in der Ausstellung erarbeitet werden und die Ergebnisse wurden von den Gruppen vorgetragen und anschließend diskutiert. Erschreckend unter welchen Bedingungen die Häftlinge lebten und arbeiteten, ihrer Würde beraubt, wurden sie wie Vieh gehalten und behandelt, ein Menschenleben zählte nicht. In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges wurden die Häftlinge abtransportiert, in einem Zug bombardiert, von SS und Bürgern gehetzt, zum Teil wahllos erschossen und weiter getrieben.
Warum ist es notwendig sich heute mit dieser Vergangenheit zu beschäftigen? Faschismus ist keine Erscheinung der Vergangenheit, er ist gegenwärtig und faschistische Ideologie ist in breiten Bevölkerungsschichten präsent, zum Teil zwar unterbewusst, aber gerade auch aus diesem Grund um so gefährlicher. Jüngste Entwicklungen hierzulande, wie Pegida und ihre Ableger zeugen davon.
Die Gedenkstätte in Salzgitter wurde nach langem Kampf, wie ich im letztem Jahr von einem Freidenker aus Salzgitter erfahren konnte, in den 1990iger Jahren erst eingerichtet, also zu einer Zeit, als die Nachkriegsordnung in Deutschland, mit dem Untergang der DDR schon erhebliche Veränderungen erfahren hatte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass in der DDR in solchen Zusammenhängen immer die Rede vom deutschen Faschismus oder andersgeartetem Faschismus war und in der BRD, wie heute üblich, vom Nationalsozialismus oder verkürzt von Nazismus gesprochen wurde. Das in diesem Zusammenhang das eigentliche Wesen des deutschen Faschismus verschleiernde Propaganda der Faschisten übernommen wurde, scheint nur wenigen bewusst. Denn Faschismus ist weder sozial, noch national, selbst wenn er nationalistisch daherkommt.

Th. Loch

Braunschweiger Freidenker besichtigten KZ-Gedenkstätte Dora

Sonntag, 26. August 2012 von Webredaktion

Am 14. Juli 2012  besuchten sieben  Mitglieder der Ortsgruppe  Braunschweig die KZ-Gedenkstätte  Dora bei Nordhausen.

Das  faschistische Konzentrationslager Dora-Mittelbau  wurde  am 28. August   als  Außenlager Buchenwald errichtet. Seit 1944 war Dora ein selbstständiges Lager mit  etwa 40 Außenkommandos. Mehr als 30 000 Häftlinge aus 26 Nationen wurden  rücksichtslos bei dem Bau der unterirdischen Produktionsstätten für die V-Waffen und zu deren Herstellung eingesetzt. Bis zur Befreiung  des KZ am 11. April 1945 wurden etwas  16 000 Menschen ermordet.

In den dreißiger  Jahren wurde  im Kohnstein  ein Tanklager für Flugzeugbenzin  angelegt. Nach der Zerstörung der V2-Anlage in Peenemünde wurde hier die Produktionsstätte   aufgebaut. Während dieser Zeit mussten  Häftlinge zeitweise in den Stollen schlafen, während  rund um die Uhr produziert, transportiert und auch gesprengt wurde. So  waren die  Häftlinge ständig unsäglichem Lärm, Nässe und Staub ausgesetzt. Und das bei  12 Stunden Arbeit sowie beim Schlafen, zu dem die Menschen wohl kaum gekommen sind. Die Verpflegung war minimal und von schlechter Qualität. Die  Temperatur im Stollen betrug  ständig  8 °C;  bei einer relativen Luftfeuchtigkeit 60 %. Erst, als die Raketenproduktion  angelaufen war, wurde  das Lager außerhalb des Stollens aufgebaut.

Die Führung  durch die Gedenkstätte ist auch eine Führung durch die menschliche Seele. Unter den Bedingungen im Lager  wurde der  Charakter der Menschen, gepaart  mit dem Überlebenswillen, sichtbar. Besonders  ergriffen waren wir von den Verhaltensweisen, denen die Häftlinge im Lager durch die  Wachmannschaften ausgesetzt waren. Dazu gibt es viele  Beispiele. So über das bewusst willkürliche Bestrafungssystem im Lager, und dem Verhalten der Häftlinge, die als Funktionshäftlinge im Auftrage der Bewacher das Lager zu verwalten hatten.

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