Deutscher Freidenker-Verband e.V. – LV Niedersachsen

Das Russlandbild der deutschen Leitmedien: „Lückenhaft, aggressiv und einseitig …“

Montag, 06. Mai 2019 von Webredaktion

Ulrich Teusch (l.) mit R.Butenschön (Initiative ‚Frieden mit Rußland‘)

Die Hannoveraner Initiative ‚Frieden mit Rußland‘ lag mit ihrem Thema vollkommen richtig. Der Saal im Hannoveraner ver.di-Haus war mit gut siebzig BesucherInnen voll, es gab eine lebhafte Diskussion mit einem überzeugenden Referenten.

Ulrich Teusch machte gleich zu Beginn deutlich, daß er das mühselige interne Abarbeiten an den propagandistischen Scheuklappen der Leitmedien vor allem bei ARD und ZDF nicht mehr weiter zu führen gedenkt. „Diesen Kampf haben wir verloren“, so Teusch. Er verwies vor allem auf die Darstellung zahlreicher bewußt lückenhafter, aggressiver und einseitiger Reportagen und Berichte aus den öffentlich-rechtlichen Anstalten im Verhältnis zur Russischen Föderation in seinem Buch „Lückenpresse“ (2016, Westend Verlag / Frankfurt/M.).

Teusch forderte die Anwesenden auf, selber nach Wahrheit zu suchen und sich dabei nicht mehr vor allem auf ARD und ZDF zu stützen. Es existierten viele interessante auch kleinere Informationsquellen und er nannte beispielhaft ‚KenFM‘, ‚Nachdenkseiten‘ und ‚Rubikon‘. Gemessen der Dürftigkeit und Mangelhaftigkeit der herrschenden Medien sei es auch so möglich, hinreichend genaue Darstellungen der Nachrichtenlage zu finden und sich dabei zu vernetzen.

Gerade in seinem neuesten Buch „Der Krieg vor dem Krieg“ (2019, Westend Verlag) wie auch an jenem Abend vom Podium aus wies er anschaulich darauf hin, wie Grenzlinien zwischen Kriegs- und Friedenszuständen immer poröser werden und wie schnell die eigene kritische Sicht auf die herrschende Propagandamaschine deren Protagonisten zu Hetze und allerhand Zensur Anlaß gibt. „Antisemit“, „antiamerikanisch“, „Querfrontler“, „Verschwörungstheoretiker“ seien regelmäßig die Attribute, derer sich diejenigen zu erwehren haben, die das Sakrileg begehen, sich den aggressiven Leitmedien entgegen zu stellen. (more…)

Die Initiative »Frieden mit Russland« lädt ein zu:

Dienstag, 26. März 2019 von Webredaktion

Foto Handzettelauszug

Prof. Dr. Ulrich Teusch: Das Russlandbild der deutschen Leitmedien Bundesverteidigungsministerin Frau von der Leyen (CDU) hat sich im Frühjahr 2018 in ›Bild am Sonntag‹ für einen harten Kurs gegenüber der Russischen Föderation stark gemacht. Mit Sprüchen wie »Präsident Putin schätzt keine Schwäche. Anbiedern oder Nachgiebigkeit macht ihn nicht freundlicher« und »Deshalb ist es wichtig, dass wir aus einer Position der Geschlossenheit und Stärke bereit bleiben zum Dialog mit Moskau.« heizt sie die Stimmung an.

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Bericht: Veranstaltung der Initiative „Frieden mit Russland“ in Hannover

Donnerstag, 31. Januar 2019 von Webredaktion

Dr. Uwe Markus (links) bei der Veranstaltung in Hannover

„Das hatten wir alles schon mal: NATO aggressiv wie gehabt, aber die russische Seite läßt sich das nicht mehr gefallen …“

Etwas 40 Teilnehmer kamen am 25.01. in Hannover-Linden zu einer Veranstaltungen der Hannoveraner Initiative ‚Frieden mit Rußland‘ unter dem Titel: „Baltikum – ein gefährlicher Aufmarsch der NATO: Balancieren am Rande des Krieges?“. Diese Initiative, in der auch Freidenker aus Hannover aktiv sind, hatte als Referenten Dr. Uwe Markus geladen, ein Ex-Offizier der NVA der DDR.

Dieser hat mit seinem Vortrag kenntnisreich und engagiert selbst zu rein militärischen Aspekten einen spannenden Abend zu gestalten vermocht. Er konnte zeigen, wie stark mit der Osterweiterung der NATO und deren enormer Aufrüstung v.a. im Baltikum und wie stark nach Aufkündigung des INF-Vertrages durch die USA, die Kriegsgefahr für Ost- und Zentraleuropa gewachsen ist. Mehrfach illustrierte Uwe Markus, wie schon zur Mitte der 1980er Jahre beim ‚Fachpersonal‘ der Rüstungsmächte, seinerzeit niemand mehr so recht wußte, wer sich am Ende und warum durchsetzen würde und dies mit welchen eigenen Opfern. Es sei zu befürchten, daß die neuerliche atomare und konventionelle Aufrüstung infolge der Aggressivität von USA und NATO erneut eine Situation schaffe, die nicht mehr kontrollierbar ist. (more…)

Landesmitgliederversammlung am 19.01.2019

Sonntag, 13. Januar 2019 von Webredaktion

Ort: Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga

Karlstraße 35

38106 Braunschweig

Beginn: 14:00Uhr

In der Mitgliederversammlung wird es einen öffentlichen Teil geben.

Beginn ist 14:00 Uhr und als Gast können wir den Bundesvorsitzenden des Deutschen Freidenker Verbandes Klaus Hartmann begrüßen.

Im Rahmen des öffentlichen Teils der Veranstaltung wird Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker Verbandes, ein Impulsreferat zum Thema „internationale Lage, der Kampf für den Frieden und die Friedensbewegung heute“ halten. Die anschließende Diskussion ist bis ca. 15:45 Uhr geplant.

Zu diesen Teil der Veranstaltung laden wir alle am Thema und dem DFV interessierte recht herzlich ein.

Thomas Loch

amtierender Landesvorsitzender

Informations- und Diskussionsveranstaltung in Hannover

Donnerstag, 21. Juni 2018 von Webredaktion

Bildschirmfoto 2018-06-16

Meinst Du, die Russen wollen Krieg?

Das Grundgesetz verpflichtet die Bundesregierung zur Wahrung des Friedens: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.“

Das tatsächliche Handeln der NATO, das auch von der Bundesregierung getragen wird, erscheint dagegen wie ein Spiel mit dem Feuer. Kaum ein Tag vergeht, an dem Russland nicht eines politschen Vergehens beschuldigt wird und der russische Präsident Putin nicht als Ausbund des Bösen dämonisiert wird. So zuletzt mit der völlig undurchsichtigen Skripal-Affäre, bei der Russland durch die britische Regierung und die NATO beschuldigt wurde, einen früheren Agenten und dessen Tochter vergiftet zu haben, ohne dass dafür bis heute der Öffentlichkeit ein schlüssiger Beweis vorgelegt worden wäre.

Die Maidan-Ereignisse in Kiew 2013 wurden von der russischen Regierung als illegitimer Machtwechsel hin zu einer vom „Westen“ gestützten, scharf antirussischen Regierung in Kiew verstanden. In der Logik dieser Sichtweise sieht Russland das Referendum auf der Krim zur Loslösung von der Ukraine und den nachfolgenden Eintritt in die Russische Föderation als völkerrechtskonform und defensiv an, während die Regierungen der NATO-Staaten diesen Vorgang gerade als Indiz der russischen Expansionsgelüste sehen.

Das miltärische Eingreifen in Syrien auf der Seite der Assad-Regierung sieht die russische Politik als völkerrechtskonforme Verteidigung der Souveränität Syriens. Dieses Eingreifen Russlands hat in der Tat zu einer Niederlage der vom ‚Westen‘, Saudi-Arabien und den Golf-Monarchien unterstützten, weitgehend islamistischen Aufständischen geführt.

Konsequenterweise sehen die Regierungen des ‚Westens‘ diese Politik Russlands als „destruktiv“ an. (more…)

Lyrik, Satire & Kolumnen

Donnerstag, 03. Mai 2018 von Webredaktion

Bildschirmfoto 2018-05-03 21:34 Uhr

Eine Veranstaltung mit Thorsten Stelzner findet am Freitag, 25.05.2018 im Naturfreunde-Haus in Braunschweig, Schrotweg 112, statt. Veranstalter sind die Naturfreunde Braunschweig und der Deutsche Freidenker Verband Braunschweig.

Beginn: 19:00Uhr

Eintritt: VVK: 10.00€        Abendkasse: 12.00€ (more…)

Offenes Freidenker-Treffen im Harz

Dienstag, 27. Februar 2018 von Webredaktion

Offenes Freidenker-treffen vom 16. bis 18.03.2018 im Harz

Die Landesverbände des DFV Niedersachsen und Sachsen-Anhalt laden zu einer gemeinsamen Bildungsveranstaltung in den Harz ein. Diese Veranstaltung ist offen und dient nicht nur der politischen Bildung und dem Meinungsaustausch, sondern auch des gegenseitigen Kennenlernens.

Dem Programm entsprechend spielt politische Bildung eine bedeutende Rolle und somit ist auch ein Ziel der Veranstaltung, über Möglichkeiten der Entwicklung kontinuierlicher Bildungsangebote nachzudenken und entsprechende Vernetzungen gleichgesinnter Organisationen und Personen zu fördern.

Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge des Landes, relativ zentral gelegen, von den verschiedensten historischen Spuren gekennzeichnet. Drei Bundesländer teilen sich den Harz, im Osten Sachsen-Anhalt, im Westen Niedersachsen und im Süden erwischt Thüringen noch einen Zipfel. Ein idealer Ort sich kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen und sich über die verschiedensten Entwicklungen auszutauschen.

Das Treffen findet vom 16. bis 18.03.2018, in der Eichsfelder Hütte, am Gesehr 37-38 in 37444 Sankt Andreasberg, ein Objekt der Naturfreunde Braunschweig, statt.

Dieses Treffen dient dem Kennenlernen und dem Austausch über die verschiedensten aktuellen Problem, technologische Entwicklungen und ihre Folgen.

Am Freitag, 16.03.:

  • erfolgt ab 16:00 Uhr die individuelle Anreise, Empfang, Zimmerbezug, Gespräche

  • 18:30 Uhr Abendessen

  • 19:30 Uhr Abendveranstaltung, Vorstellung, Kennenlernen

Am Samstag, 17.03.:

  • 8:30 Uhr Frühstück

  • 10:00 Uhr Lesung mit Werner Seppmann,

  • Kritik des Computers – Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen.

  • 12:00 Uhr Mittagessen

  • 13:00 Uhr Diskussion zur Produktivkraftentwicklung und ihre Folgen für die gesellschaftliche Entwicklung der Gegenwart.

  • 15:00 Kaffee – Spaziergang

  • 16:30 Kurzvortrag und Diskussion zu Alternativen und Sicherheit von Betriebssystemen

  • 18:30 Abendessen

  • 19:30 Künstlerisch-Kulturelle-Abendveranstaltung

Am Sonntag, 18.03.:

  • 8:30 Uhr Frühstück

  • ab 10:00Uhr gemeinsame Abschlussveranstaltung und Auswertung.

  • 12:00 Uhr Mittagessen

  • 13:00 Uhr Abreise

Kosten für zwei Übernachtungen inklusive Vollverpflegung 68,-€ pro Person, selber Bettwäsche mitbringen, oder 5,-€ Leihgebühr.

Interessenten an den Themen, am Deutschen Freidenker-Verband, an linker politischer Bildung und interessenspezifischer Vernetzung sind herzlich willkommen!

Information und Anmeldung: Thomas Loch, Telefon: 0171-1996214,oder

E-Mail: dfv-niedersachsen@freidenker.org

Es geht also nicht nur um Produktivkraftentwicklung …

Jugendweihe 2017 in Braunschweig

Freitag, 19. August 2016 von Webredaktion
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Foto: Rene Ledrado

Die Feier zur Jugendweihe 2016 ist Geschichte, sie fand am 23. April diesen Jahres in der Stadthalle Braunschweig statt. 49 Jugendliche wurden vor über 400 Gästen in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen. In Vorbereitung auf diese Feierstunde fanden drei Wochenendveranstaltungen im Harz und eine Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Drütte statt.

Und nun ist es wieder soweit, es geht an die Vorbereitung und Durchführung des nächsten Jugendweihzyklus, in Vorbereitung auf die Feierstunde 2017 und so wurde folgende Pressemeldung herausgegeben:

Jugendweihe? Das stammt doch aus der DDR? Nein, die Jugendweihe ist schon viel länger ein wichtiger Bestandteil weltlicher Feierkultur, welche den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter kennzeichnet.

Die Naturfreundejugend Braunschweig (NFJ), der Deutsche Freidenker Verband Niedersachsen (DFV) und der Humanistische Verband Niedersachsen (HVD) veranstalten jährlich, anknüpfend an eine über hundertjährige Tradition der Braunschweiger Freidenker, die Jugendweihe in unserer Region. Sie versteht sich als nichtchristliche und religionsfreie Alternative zur evangelischen Konfirmation oder katholischen Firmung.

In Vorbereitung auf die gemeinsame JugendFEIER, also die abschließende Festveranstaltung der Jugendweihe, fahren Mädchen und Jungen ab dem 14. Lebensjahr an mehreren Wochenenden in den Harz, können dort an kleinen Workshops zu Themen wie Philosophie, Ökonomie und Vorurteilen teilnehmen. Auch spannenden Aktionen wie Kistenklettern, Nachtwanderung und Bogenschießen stehen auf dem Programm. Gebührend gefeiert wird der Abschluss der Jugendweihe mit einer Festveranstaltung, wie z.B. dieses Jahr mit über 400 Gästen in der Braunschweiger Stadthalle. Michael Schulz, Ortsjugendleiter der Naturfreundejugend Braunschweig resümiert über die Jugendweihe wie folgt: „Wichtig war uns dabei die Erkenntnis, dass jeder Mensch von Geburt an gut ist und für sich auch was ganz besonders Wertvolles und Einzigartiges darstellt.“

Am 23. Oktober 2016 um 16.30 Uhr laden die Naturfreundejugend Braunschweig, der Deutsche Freidenker Verband Niedersachsen und der Humanistische Verband Niedersachsen alle interessierten Eltern und Kinder zu einer Informationsveranstaltung in das Naturfreundeheim, Schrotweg 112, 38122 Braunschweig, ein. Rückfragen gerne unter: 0531 890018 oder naturfreundeladen@web.de 

Weiter Informationen und Termine sind hier zu finden: klick

Freidenker Nr. 2-15 Juni 2015

Dienstag, 06. Oktober 2015 von Webredaktion
Freidenker2-15Juni2015 Der aktuelle Freidenker widmet sich einem interessantem Thema, „Fortschritt   – Wissenschaft – Technik“ unter der Prämisse: „Im Dienst des Menschen?“. Im Heft finden sich sehr interessante Beiträge, welche dieses Thema unter verschiedenen Prämissen betrachten. In einem Beitrag von Herbert Hörz, welcher überschrieben ist: „Gesellschaftssystem – Moralkodex und Verantwortung der Wissenschaftler – Herrschaft, Wissenschaft und Moral früher und heute“ ist unter dem Punkt „2 Welche Rolle spielen Weltbilder für verantwortungsbewusstes Handeln?“ zu lesen: „Sie bestimmen den Wertekanon und die Verhaltensnormen. In seiner Analyse von Weltbildern bemerkt Karl Lanius, Physiker und Gesellschaftskritiker, zur gegenwärtigen Situation, dass uns Politiker und Medien einhämmern, die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse seien alternativlos. Das führt zu einem verkümmerten Weltbild, das den „marktgerechten Wandel des Bewusstseins“ verinnerlichen soll. Seine wesentlichen Merkmale seien:
  1. Flexibilität, um dem Markt gerecht zu werden.
  2. Mobilität, um, letztlich wurzellos, überall zu Hause zu sein.
  3. Emotionslose Bezogenheit, um jederzeit Beziehungen zur Disposition stellen zu können, ersetzbar und austauschbar zu sein.
  4. Coolness, um ohne Gefühle alles hinnehmen zu können, was auf einen zukommet.
Das den Bedürfnissen kapitalistischer Ausbeutung und Expansion angepasste Weltbild mit seinem Menschenbild hat jedoch noch weitere Aspekte. …“
Ein interessanter Text, lesenswert, viele Denkanregungen bietend. Allerdings trifft dies nicht nur auf erwähnten Beitrag zu, sondern auch auf die anderen Beiträge zum Thema, welche überschrieben sind:

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„Der Weltmädchentag – Kampf um Mädchenrechte“

Samstag, 11. Oktober 2014 von Webredaktion

»10. Oktober 2012 – Zum ersten Mal findet in diesem Jahr der internationale Weltmädchentag statt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2011 beschlossen, den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ zu ernennen. Der Tag ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Mädchenrechte. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Mädchen auf der ganzen Welt noch immer jeden Tag Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Mädchen werden in vielen Bereichen, wie zum Beispiel Bildung und Gesundheit benachteiligt. « [1]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

um welche Probleme geht es, die mit diesem Gedenktag sichtbar gemacht werden sollen?

»Problem Kinderhochzeit

Der Schwerpunkt des ersten Weltmädchentages liegt auf dem Problem der Kinderhochzeit. Weltweit wurden 23 Millionen Mädchen noch vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet.

Die Folgen dieser frühen, meist erzwungenen Hochzeiten sind verheerend: Viele Mädchen werden Opfer häuslicher Gewalt, viele werden ungewollt sehr früh schwanger, fast alle werden in ihrer Entwicklung, Bildung und Gesundheit erheblich beeinträchtigt. …

Kinderhochzeiten sind eine fundamentale Verletzung der Menschen- und Kinderrechte und müssen beendet werden. « [2]

Aber nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern werden den Mädchen nicht ihre vollen Menschenrechte zugestanden. Auch in unserer ‚Zivilisation‘ werden den Mädchen nicht die vollen Rechte garantiert. Dazu zählen das Recht auf Menschenwürde, auf die Achtung und Wertschätzung, wie es in der menschlichen Gesellschaft üblich sein sollte. Weit verbreitet sind weltweit neben den oben angesprochenen Zwangsehen vor allem Gewalt und sexueller Missbrauch.

Wie sollen sich Menschen in einer Ehe lieben und achten, wenn die Mädchen, die zukünftigen Frauen politisch, kulturell und menschlich degradiert und entwürdigt werden? Es sind schlichtweg Verbrechen gegen Menschen, gegen die Menschlichkeit.

Viel Ähnlichkeit hat, meiner Meinung nach, der Weltmädchentag mit dem Frauentag: Denn, werden die Mädchen nicht von Jugend auf beschützt und geachtet, so werden sie es später als Frauen auch kaum. Alles, was Frauen und Mädchen erleiden müssen und mussten, tragen sie als Probleme ihr gesamtes Leben mit sich herum. Deshalb ist es eine Aufgabe aller Menschen, sich verantwortlich zu fühlen für eine saubere gesellschaftliche Atmosphäre, in der alle Mädchen ohne Opfer von Gewalt zu werden, aufwachsen können. Dazu gehören auch das Recht und die Möglichkeit von Schule, Berufsausbildung und Studium.

Immer wieder erleben wir es, wie aus ernsten Gedenktagen billige und inhaltsleere Spaßveranstaltungen werden. Denken Sie bitte nur an den Gedenktag für Frauen, ihre Kinder nicht mehr für Kriege herzugeben. Entstanden ist dieser Tag nach dem Bürgerkrieg in den USA im 19. Jahrhundert. Verkommen ist dieser Tag, heute als Muttertag bekannt, und völlig seines Inhaltes beraubt. Er ist zu einem Tag des zweitgrößten Konsumumsatzes nach Weihnachten geworden.

Was nutzen den Mädchen also Spaßaktionen, wo Ernst erforderlich ist. Was nutzen z.B. Farb-Lichtshows? Die Mädchen müssen aus den miserablen Verhältnissen herausgerissen werden.

Ich vermisse die politischen, konkreten und wirksamen Maßnahmen. Warum werden nicht die Verursacher der Verbrechen benannt und bestraft. Wesentlichen Anteil haben daran die kapitalistischen Verhältnisse. Daran ändern die auch noch ganze Völker beherrschende Religionen nichts.

Mit der Frauenfrage, der gesellschaftlichen Befreiung der Frau ist auch die Mädchenfrage verknüpft. Sind doch die Mädchen die Frauen in spe. Und es kann keine menschliche Gesellschaft geben, ohne dass Frau und Mann gleichberechtigt sind. Eingeschlossen ist die Mädchenfrage.

Manche Menschen werden sich fragen: Warum noch ein Gedenktag? Haben wir nicht schon jetzt genug davon? Es mag sein, das wir schon viele Feier-und Gedenktage haben. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, welche Tage davon notwendig und welche unnütz sind?

Notwendig sind alle Gedenk- und Jahrestage, die ernste Inhalte haben. Es sind all diese periodischen Erinnerungen, die uns mahnen und auffordern, mit unseren Mitmenschen human und friedlich umzugehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, diese Denkanstöße sind unbedingt notwendig.

Und dazu zähle ich auch den Weltmädchentag

QUELLEN:

[1] Von younicef.de Erster Weltmädchentag.de

[2] Ebenda

Ich wünsche uns allen ein nachdenkliches Wochenende, und besonders in diesem Demokratie-heißem Herbst.

Mit menschlichen Grüßen

Kurt Wolfgang Ringel“

 

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