Deutscher Freidenker-Verband e.V. – LV Niedersachsen

„Der Weltmädchentag – Kampf um Mädchenrechte“

Samstag, 11. Oktober 2014 von Webredaktion

»10. Oktober 2012 – Zum ersten Mal findet in diesem Jahr der internationale Weltmädchentag statt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2011 beschlossen, den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ zu ernennen. Der Tag ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Mädchenrechte. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Mädchen auf der ganzen Welt noch immer jeden Tag Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Mädchen werden in vielen Bereichen, wie zum Beispiel Bildung und Gesundheit benachteiligt. « [1]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

um welche Probleme geht es, die mit diesem Gedenktag sichtbar gemacht werden sollen?

»Problem Kinderhochzeit

Der Schwerpunkt des ersten Weltmädchentages liegt auf dem Problem der Kinderhochzeit. Weltweit wurden 23 Millionen Mädchen noch vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet.

Die Folgen dieser frühen, meist erzwungenen Hochzeiten sind verheerend: Viele Mädchen werden Opfer häuslicher Gewalt, viele werden ungewollt sehr früh schwanger, fast alle werden in ihrer Entwicklung, Bildung und Gesundheit erheblich beeinträchtigt. …

Kinderhochzeiten sind eine fundamentale Verletzung der Menschen- und Kinderrechte und müssen beendet werden. « [2]

Aber nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern werden den Mädchen nicht ihre vollen Menschenrechte zugestanden. Auch in unserer ‚Zivilisation‘ werden den Mädchen nicht die vollen Rechte garantiert. Dazu zählen das Recht auf Menschenwürde, auf die Achtung und Wertschätzung, wie es in der menschlichen Gesellschaft üblich sein sollte. Weit verbreitet sind weltweit neben den oben angesprochenen Zwangsehen vor allem Gewalt und sexueller Missbrauch.

Wie sollen sich Menschen in einer Ehe lieben und achten, wenn die Mädchen, die zukünftigen Frauen politisch, kulturell und menschlich degradiert und entwürdigt werden? Es sind schlichtweg Verbrechen gegen Menschen, gegen die Menschlichkeit.

Viel Ähnlichkeit hat, meiner Meinung nach, der Weltmädchentag mit dem Frauentag: Denn, werden die Mädchen nicht von Jugend auf beschützt und geachtet, so werden sie es später als Frauen auch kaum. Alles, was Frauen und Mädchen erleiden müssen und mussten, tragen sie als Probleme ihr gesamtes Leben mit sich herum. Deshalb ist es eine Aufgabe aller Menschen, sich verantwortlich zu fühlen für eine saubere gesellschaftliche Atmosphäre, in der alle Mädchen ohne Opfer von Gewalt zu werden, aufwachsen können. Dazu gehören auch das Recht und die Möglichkeit von Schule, Berufsausbildung und Studium.

Immer wieder erleben wir es, wie aus ernsten Gedenktagen billige und inhaltsleere Spaßveranstaltungen werden. Denken Sie bitte nur an den Gedenktag für Frauen, ihre Kinder nicht mehr für Kriege herzugeben. Entstanden ist dieser Tag nach dem Bürgerkrieg in den USA im 19. Jahrhundert. Verkommen ist dieser Tag, heute als Muttertag bekannt, und völlig seines Inhaltes beraubt. Er ist zu einem Tag des zweitgrößten Konsumumsatzes nach Weihnachten geworden.

Was nutzen den Mädchen also Spaßaktionen, wo Ernst erforderlich ist. Was nutzen z.B. Farb-Lichtshows? Die Mädchen müssen aus den miserablen Verhältnissen herausgerissen werden.

Ich vermisse die politischen, konkreten und wirksamen Maßnahmen. Warum werden nicht die Verursacher der Verbrechen benannt und bestraft. Wesentlichen Anteil haben daran die kapitalistischen Verhältnisse. Daran ändern die auch noch ganze Völker beherrschende Religionen nichts.

Mit der Frauenfrage, der gesellschaftlichen Befreiung der Frau ist auch die Mädchenfrage verknüpft. Sind doch die Mädchen die Frauen in spe. Und es kann keine menschliche Gesellschaft geben, ohne dass Frau und Mann gleichberechtigt sind. Eingeschlossen ist die Mädchenfrage.

Manche Menschen werden sich fragen: Warum noch ein Gedenktag? Haben wir nicht schon jetzt genug davon? Es mag sein, das wir schon viele Feier-und Gedenktage haben. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, welche Tage davon notwendig und welche unnütz sind?

Notwendig sind alle Gedenk- und Jahrestage, die ernste Inhalte haben. Es sind all diese periodischen Erinnerungen, die uns mahnen und auffordern, mit unseren Mitmenschen human und friedlich umzugehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, diese Denkanstöße sind unbedingt notwendig.

Und dazu zähle ich auch den Weltmädchentag

QUELLEN:

[1] Von younicef.de Erster Weltmädchentag.de

[2] Ebenda

Ich wünsche uns allen ein nachdenkliches Wochenende, und besonders in diesem Demokratie-heißem Herbst.

Mit menschlichen Grüßen

Kurt Wolfgang Ringel“

Freidenker Nr. 2-14 Juli 2014

Dienstag, 29. Juli 2014 von Webredaktion
Vor einigen Tagen habe ich den neuen Freidenker, das Verbandsorgan des Deutschen Freidenker-Verbandes e.V. erhalten. Das Hauptthema ist Sprache, es geht in diesem Zusammenhang um Erkenntnis – Kommunikation – Herrschaft.
„Sprache aus den Bedürfnissen des gesellschaftlichen Lebens, insbesondere der Produktionstätigkeit, hervorgegangenes und sich ständig entwickelndes System verbaler Zeichen, das der der Formierung der Gedanken, dem Denken, im Prozess der Erkenntnis der objektiven Realität durch die Menschen dient und den Austausch ihrer Gedanken und emotionalen Erlebnisse sowie die Fixierung und Aufbewahrung des erworbenen Wissens ermöglicht. …“ So der Beginn eines Textes zur Sprache in einem Wörterbuch.
Dieses Thema ist hoch aktuelle und das nicht nur im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Ereignissen in der Ukraine und der Berichterstattung darüber, sondern auch das Leben in diesem Land betreffend. Eine Ergänzung passend zum Thema:

An ihrer Sprache sollt Ihr sie erkennen … ist ein Beitrag überschrieben, welcher sich mit dem Gebrauch von Sprache im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Ereignissen in der Ukraine und deren Spiegelung in den Medien auseinandersetzt.
In einem anderen Zusammenhang erhielt ich Werbung für die Junge Welt, „3 Monate jW für 60,-€, inklusive Bildungsprämie*“. Im Text dazu ist unter anderem zu lesen: „Aber es gibt die junge Welt – eine Bastion für Vernunft, Zurückhaltung, Ruhe und Schönheit, die Ihnen ein Bildungsangebot der besonderen Art macht. Lassen Sie es uns im Shakespeare-Jahr mit Hamlet sagen: >>Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:/Ob´s edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern/Des wütenden Geschicks erdulden oder,/Sich waffnend gegen eine See von Plagen,/Durch Widerstand sie enden?<< Wir sind für Widerstand gegen Analphabetismus jeder Art, politischen, philosophischen, geschichtlichen und sonstigen** – schon aus eigenem Interesse: jW soll auch in Zukunft gelesen und verstanden werden.“

**von mir herausgehoben

Freidenker 4-13

Freitag, 02. Mai 2014 von Webredaktion
Im Dezember 2013 erschien der Freidenker 4-13, Verbandsorgan des DFV. Thema des Heftes ist der Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und der Kampf gegen imperialistische Kriege in den letzten 100 Jahren. Gerade letzteres ist unbedingt Notwendig, wenn sich heute in der Welt umgeschaut wird und die verschiedensten Kriege Berücksichtigung finden. Zu erkennen bleibt, wohin die Politik der verschiedensten Hegemonialmächte führt. In diesem Zusammenhang gibt es etliche Parallelen zum ersten Weltkrieg, aber auch zum zweiten. Als ich im Januar eine Vorbereitungsstunde zur Jugendfeier dieses Jahres in Braunschweig begleitet, hatte ich den ersten Weltkrieg und dessen Umfeld, Ursachen und Wirkungen zum Thema gemacht. Es ist ein interessantes, aber auch wichtiges Thema, weil es die Gegenwart und gegenwärtiges gesellschaftliches Sein nicht nur Tangiert. Im Vorfeld zu dieser Veranstaltung viel mir ein Buch in die Hand, welches sich mit „erlebte Geschichte“, wie sie „von Zeitgenossen gesehen und geschildert“ wird beschäftigt, der erste Teil trägt den Titel, „vom Kaiserreich zur Weimarer Republik“ und in diese Zeit fallen Vorbereitung, Führung und Folgen des ersten Weltkrieges.
Wie oben geschrieben, dieser  Freidenker beschäftigt sich mit dem Thema erster Weltkrieg und dessen Bedeutung bis in die Gegenwart hinein.

Im letzten Teil des Heftes finden sich Thesen, welche zur Diskussion gestellt werden und das Verhältnis von Freidenkern und Religion zum Gegenstand haben. Die Thesen finden sich als PDF – Datei hinterlegt auf der Seite des DFV. Ihnen ist eine breite und inhaltsreiche Diskussion zu wünschen.

Th. Loch

Aufruf des Bündnis gegen Rechts Braunschweig

Freitag, 04. Januar 2013 von Webredaktion

Deine Stimme gegen die NPD!

Lautstark gegen rassistische Hetze

Am Montag, den 7.1.2013 will die NPD auf dem Burgplatz in Braunschweig eine Wahlkampfkundgebung abhalten. Angemeldet hat sie diese von 10-13 Uhr. Das Bündnis gegen Rechts ruft dazu auf, den Nazis lautstark und sichtbar zu zeigen, dass sie unerwünscht sind und ihnen den Platz für ihre rassistische und faschistische Hetze zu nehmen!

Vor etwas über einem Jahr wurde bekannt, dass die Terrorzelle NSU für eine rassistische Mordserie verantwortlich ist, der mehr als 10 Menschen zum Opfer gefallen sind. Jahrelang konnten die untergetauchten Nazis mit Hilfe eines Netzwerkes von UnterstützerInnen auch aus Niedersachsen unerkannt ihre Morde begehen. Seit dem kommen immer weitere Versäumnisse, Pannen und Vertuschungen der Geheimdienste ans Licht. Nicht selten ermöglichten Gelder, die diese an ihre V-Leute zahlten, erst den Aufbau und die Finanzierung faschistischer Organisationen und Strukturen.

Zu den direkten Unterstützern der „NSU“ gehörte u.a. auch der jetzt wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Ralf Wohlleben, der zeitweise Landesvorsitzender der NPD in Thüringen war. Die NPD distanziert sich zwar nach außen hin von den Morden (ohne jedoch die Opfer oder die Angehörigen zu bedauern) und versucht sich gerade auch im jetzigen Landtagswahlkampf bieder und bürgerfreundlich zu geben: Doch ob NPD, NSU, Aktionsgruppen, Autonome Nationalisten, Kameradschaften oder wie sich die Nazis sonst nennen: Sie alle eint eins: Die rassistische Abwertung von Menschen, die von ihnen als „Fremde“ und „Ausländer“ angesehen werden. Und: Ob NPD, militante Nazis oder NSU-Unterstützer, die Szene ist gerade auch hier in der Region untereinander eng verbunden.

Als die NPD im August mit einem kläglichen Haufen von ca. 20 AnhängerInnen – die meisten extra aus Goslar herangekarrt – auf dem Burgplatz eine Kundgebung abhielt, ging diese im Lärm von Rufen und Pfiffen von hunderten GegendemonstrantInnen unter. Lassen wir auch diesmal den Auftritt der Nazis zum Misserfolg werden! Kommt zum Burgplatz und zeigt deutlich und lautstark, dass die NPD und andere Nazis nicht erwünscht sind!

Montag, 7.1.2013: Protest gegen die NPD-Kundgebung

Treffpunkt 9:30 Uhr Ruhfäutchenplatz (Münzstr./Dankwardstr.)

Da es sein kann, dass sich Ort und Zeit noch ändern, solltet ihr euch unter www.buendnisgegenrechts.net oder www.facebook/bgr.braunschweig über aktuelle Änderungen auf dem Laufenden halten.

Bündnis gegen Rechts Braunschweig

V.i.S.d.P.: Bündnis gegen Rechts, c/o Carl-von-Ossietzky-Zentrum, Leopoldstrasse 23, 38100 Braunschweig

Bündnis gegen Rechts
c/o Carl-von-Ossietzky-Zentrum
Leopoldstr. 23 * 38100 Braunschweig

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