Ringels Leserbriefe

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Unser Autor, Wolfgang Ringel, nimmt Anregungen und Wortmeldungen zu seinen 
Leserbriefen gerne entgegen (vgl. 'Kontakt' im Menü).

Das Problem ist der Umgang  ALLER  Nationen mit ihren und mit fremden  Kultur- und Kunstwerten! (12.05.2021)

Zu „Was geschieht mit den  Bronzen?“ (Braunschweiger Zeitung vom 12. Mai 2021)

Die  Frage des Lesers  ist sehr berechtigt. Ich verallgemeinere  die gestellte Frage  nach der Achtung und Wertung von  allen Kultur- und Kunstwerken der Menschen und Völker  Und Probleme  gibt es nicht mit den  Bronzen aus Afrika, sondern  mit allen Kunstwerken. Betrachten wir doch nur  die  letzten zwei Jahrhunderte.  Wie wurde und wird da mit diesen Kulturgütern  umgegangen. Das ist gewiss kein Ruhmesblatt, wie viele  Kunstwerke   wurden von den  eigenen  Völkern  selbst zerstört,  sei es aus politischen oder ideologischen Gründen!

Wie viele Kunstwerke sind  durch Kriege  für immer verloren gegangen (Bernsteinzimmer).

Nicht alle Übel, die von dem Leser aufgezählt werden, gefährden die Kunstgegenstände in den Museen des Landes.  Und Finanzbetrügereien u. ä. gehören auch in Deutschland in gewissen Kreisen zum guten Ton. – Ungeachtet dessen müssen alle genannten Missstände  bekämpft und beseitigt werden.

Was den Schutz und die Sicherheit  von Kunstschätzen angeht, da sollten  wir  Europäer und besonders wir Deutschen uns  doch zuerst an die eigene  Nase fassen.  Neben  dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden und anderen spektakulären Diebstählen (Raub der Mona Lisa) möchte ich an die Vernichtung  von unersetzlichen  Kulturwerten  erinnern. Wie war das  doch gleich mit  der Kristallnacht, mit der Zerstörung der Synagogen in Deutschland? Eben war ja der Gedenktag der Bücherverbrennung. Viele  Bücher wurden 1989/90 auf Müllkippen entsorgt. Dem Pfarrer Weskott aus Kathlenburg sei Dank, dass er  die Initiative ergriffen hat,  Bücher von dort zu retten. Ich erinnere an den sinnlosen Abriss des  Palastes der Republik und der Zerstörung weiterer Kunstwerke der DDR nach 1989/90! – Denken wir auch an den Raub  der Quedlinburger Kunstschätze durch Angehörige der  US-Armee 1945!

Erinnern möchte ich an die Gemälde aus Dresden,  die während des Zweiten  Weltkrieges, die in einem Bergwerkstollen versteckt wurden.  Diese  sehr stark  geschädigten  Kunstwerke wurden  in der  Sowjetunion durch Restauration vor dem Verfall  gerettet.  Diese Gemälde wurden 1955 den Staatlichen Kunstsammlungen  der Stadt Dresden übergeben. – Das zeigt doch,  dass auch in Europa  Kulturgüter vor der Zerstörung geschützt werden müssen.

Damit alle  Kunst- und Kulturwerke  in allen Ländern  geschützt werden können, sollte dafür ein verantwortlicher Kulturrat im Rahmen  der UNO geschaffen werden.  Diese Einrichtung ist für alle Probleme verantwortlich im Zusammenhang mit  Kunst und Kulturwerken.

Kurt Wolfgang Ringel

 

Nicht allein auf  Digitalisierung setzen! (08.04.2021)

Zu „Wie sicher ist die E-Patientenakte?“ (07.04.2021)

Neue Methoden, besonders die technischen, ersetzen nicht die bisherigen, ersetzen nicht die  sogenannten konservativen Methoden. Sie ergänzen diese nur!

Bei allen Vorteilen der Elektronik  ist sie nur ein  Mittel unter vielen. Und es ist falsch, sich allein nur auf die Elektronik allein zu verlassen, ohne parallel weitere  Maßnahmen anzuwenden, wie z, B. die geschriebene Patientenakte und auch eine Vertrauensperson  für ältere Menschen, wie z. B. dessen Kinder oder auch das diese betroffenen Menschen betreuendes Personal.  Zum anderen  gibt es  doch für viele Krankheiten  Belege in Form von Ausweisen u. ä. Dokumenten. Diese müssen im Notfall rasch greifbar sein.

Ich vertraue meine Gesundheit nicht allein  der Elektronik an, sondern nur gemeinsam mit den  Originaldokus. Für die Patienten ist es sicherer, wenn neben Elektronik auch Originaldokumente vorhanden sind.  Originaldokumente sind  schwerer verfälschbar als elektronische Daten. Jeder  Mensch mit Computer weiß von Aufnahmefehlern und Übertragungsfehlern. Die Elektronik allein nicht sicher genug, die Behandlung von Patienten zu garantieren. Elektronik ist  störanfällig, vor allem durch: Stromausfall, Lesefehler, Ausfall von technischen Geräten, Systemen. Es kommt auf  die fachgerechte  Organisation im Gesundheitswesen. Und das lässt sich mit Geld und Technik allein nicht erreichen! Dabei darf nicht die Profitsucht im Vordergrund stehen, sondern NUR UND ALLEIN der Mensch!

Ohne Zweifel  ist die Technik in der Medizin  notwendig und hilfreich. Ich habe weniger Angst vor Datendiebstahl als Angst vor Datenverlust durch die Speicherung auf elektronischen Geräten. Es muss eine Sicherheit in Dokumenten  außerhalb  der Elektronik vorhanden sein (Textdokumente, Fotos, Röntgenaufnahmen etc.). Die  Patientendaten können von Regierungen und Politikern  politisch und wirtschaftlich missbraucht werden. Davor habe ich mehr Angst als vor Hackern und ähnlichen.  Menschen ohne bestimmte Impfungen werden in Sachen GG  staatlich diskriminiert bzw. gemobbt! Das ist in der Zeit der staatlich verordneten  Pandemie sehr realistisch.  Menschen ohne Corona-Impfungen werden  staatlicherseits benachteiligt. Die betroffenen Menschen sind gegenüber dem GG zweitrangig!

Wie sagte Mark Twain: Der Mensch soll nicht zu viele Gesundheitsbücher lesen, ein Druckfehler könnte tödlich sein.

Kurt Wolfgang Ringel

 

Navalny –  der wieder  auferstandene EU-Jesus! (17.02.2021)

 Zu „Zitat des Tages“ (Braunschweiger Zeitung vom 17. Februar  2021 )

Wenn Menschen vergiftet werden, dann sind sie selbstverständlich tot.  Da aber Herr Navalny noch lebt, kann er nicht vergiftet worden sein. Das eine schließt das andere aus. Das lehren uns die vielen Krimis,  die wir in Büchern lesen und  uns auch auf Videos ansehen können.

Anders dagegen Herr Navalny. Er ist vergiftet  worden und er lebt nach seinem  verkündetet  Tode  mopsfidel weiter.  Also ist er ein biologisches Wunder  oder gar ein zweiter Jesus?

Eines  weiß ich aber genau: die EU-Politiker  werden diesen Navalny medial nicht sterben lassen, solange er ihnen für den EU-Völkerhass gegen Russland  noch zu etwas nütze ist! – Ansonsten  frage ich mich, welche  Straftaten des Herrn Navalny den Medienkonsumenten verschwiegen werden. Das Verschweigen von allen Medien, die nicht in das politische System  des Staates Deutschland hat nicht nur im Lande System..

Kurt Wolfgang Ringel

Bald auch immun gegenüber der Zukunft! (10.01.2021)
Zu „Bald auch immun gegen Gift?“ oder der Gebrauch von Begriffen, unabhängig von ihrer Bedeutung (09.01.2021)

Beginnen möchte ich mit dem Begriff  „giftfest“. Giftfest heißt, immun, unempfindlich gegen Gift zu sein.  Es gibt Tiere, die gegen bestimmte  Schlangengifte immun sind.  So in  warmen Ländern sind es die Mungos.  Sie sind beliebt bei den Menschen, weil diese Tiere die Menschen vor Giftschlangen schützen.  – Aber kein Mensch ist giftimmun.

Betrachte ich das Wort „zukunftsfest“ so bedeutet es doch analog nichts weiter als, der Mensch ist „zukunftsunempfindlich“, das heißt, der Mensch ist vor der Zukunft immun. Nun frage ich mich, wie  eine solche Immunität aussieht! Warum nur  will der Mensch zukunftssicher sein. Betrachte ich das Tun und Handeln des Menschen, so habe ich ernsthaft Angst, dass er  den nächsten Morgen erlebt.  Deshalb ist es doch  das Wichtigste, das er selbst seine Sicherheit nicht verletzt bzw. zerstört. Nur dann  kann wird sich  alles finden, das für ihn erforderliche Klima,  die Aussicht auf ein Leben in Richtung Zukunft und was dergleichen noch erforderlich ist.

Am schwierigsten  ist das mit der propagierten „Klimafestigkeit“. Wie wird Mensch klima-immun? Sicher nur dadurch, dass er ausnahmslos alle seine Einflüsse auf seine Umgebung, auf  Natur und Klima einstellt.  Er darf nicht mehr Atmen, Essen und alle sonstigen  Beeinflussungen  des Klimas unterlassen. Wie jeder Leser  ohne Mühe sehen kann, gelingt das uns Menschen nicht, solange wir lebende Wesen sind!

Es ist eine Selbstlüge von einem Teil der Menschen, einen Parameter  sich herauszupicken, wie es mit dem  CO2  geschieht, um somit das Klima ändern zu wollen. Das ist nur blanke Spielerei,  die am angestrebten Ziel  vorbei schießt. Warum ist der Mensch nur  so Größenwahnsinnig, unbedingt den größten  Packen  an den Klimaveränderungen tragen zu wollen?  Es wird ihm nicht gelingen, weil die Natur immer den größten Packen selbst trägt. Und wir Menschen wären dazu gar nicht in der Lage.

Kurt Wolfgang  Ringel

Reklame  ist  Einschränkung der persönlichen  Freiheit nur  wegen der gesellschaftlichen Profitsucht! (20.12.2020)

Zu „Werbung nur noch auf Wunsch?“ (Braunschweiger Zeitung vom 12. Dezember 2020)

Was heißt hier „Werbung nur noch auf Wunsch?“  Es ist wie  bei einem Mord.  Das ausgesuchte Opfer  muss dem Mörder überzeugend nachweisen, dass er  den Tod nicht will; er möchte weiter leben.  Die Reklameopfer  müssen den Reklame-Tätern nachweisen, dass sie  diese nicht möchten! Die persönliche  Freiheit  der Menschen wird  negativ  beeinflusst  durch die Reklame-Diktatur.  Daran ist zu erkennen, dass in der Bundesrepublik Deutschland  keine Demokratie vorhanden ist, sondern  nur Diktatur, eben die Reklame-Diktatur!

Warum müssen wir Menschen ständig von  Reklame  belästigt werden, und  mit Dingen, die kein Mensch braucht und auch nicht haben will. Was ist das für eine  Freiheit, wenn nur der Profit im Mittelpunkt steht.  Es ist eine Profit-Diktatur, die  jede Freiheit im Keime  erstickt. Ihre Schwester  ist die Reklamediktatur.  Für mich ist solch solches  ein Verhalten Wohlstandssklaverei und keine Freiheit! Somit werden die  Möglichkeiten der Freiheiten  des Menschen werden  durch die hemmungslose  Kaste  der  Profitsüchtigen bestimmt.

Die Belästigung durch Reklame ist für mich  eine  Form staatlicher  geförderter  Wohlstandssklaverei und keine Freiheit!  Alle, die sich die Freiheit herausnehmen,  Menschen mit Reklame  zu belästigen,  untergraben die persönliche  Freiheit  der Bürger.  Komme keiner mit dem Kalauer, Reklame könnte  ja abgelehnt werden.  Mit dieser Reklame werden viele Menschen psychisch kaputt gemacht!  Ein Leben  mit Reklame ist kein sinnerfülltes Leben!  Warum lässt diese Gesellschaft  nicht die Menschen nach ihrer eigenen Fasson leben und glücklich werden, so wie  es ihnen schon Friedrich II. von Preußen versprochen hat?

Ich trenne  Reklame  von Werbung. Während Werbung notwendig ist und dezent daher, ist  Reklame  total unnötig. Außerdem kommt Reklame immer aggressiv daher!  Und dieser durch den Reklamedruck erzeugte Zwang wird sogar noch als Freiheit hingestellt; obwohl er alles andere als persönliche Freiheit ist!  Ich denke an Autos, an Reisen, an Möbel, an milliardenschweren Profit-Sport, an Immobilien und an vieles mehr.  Es ist an der Zeit, die Vertrauensfrage auf den Tisch des Hauses zu bringen, um endlich  diese  miserablen  Dinge wie die staatliche Profitsucht und ihre Dienerin, die Reklame-Diktatur abzuschaffen und zu beseitigen!  Corona  wäre eine Chance gewesen. Aber schon jetzt ist ersichtlich, nach dem Corona-Virus  geht es schlimmer weiter als zuvor. Und zwar, weil  es keine wirksame Impfung gegen  die Macht- und Profit-Viren gibt!

Das ist der Gipfel der kapitalistischen  Freiheit, dass sich die reklamebetroffenen Bürger persönlich sich von der  Reklame abmelden müssen. Umgekehrt ist es richtig: Die Reklamisten müssen  Menschen fragen, ob sie Reklame wollen, nicht umgekehrt. Außerdem  ist die Beseitigung der Reklameindustrie  ein großer Gewinn für unsere Gesundheit und könnten Milliarden Euro einsparen. Denn den Menschen ständen dann zusätzlich ungezählte Hektar zur Verfügung zum kostenlosen Gesundbaden. Und kostenlos deshalb, weil Dr. Wald von uns Menschen keinen Cent an Gebühren  für  den Aufenthalt in seinem KLrankenrevier verlangt!

Im Deutschland müssen endlich  Reklamefreie Zonen geschaffen und ausgewiesen werden!

Kurt Wolfgang Ringel

Meine Ohrwürmer sind freundlich und vollkommen angenehm! (05.12.20)

Zu „Der gemeine Ohrenwurm – Ohrengraus oder Ohrenschmaus?“ ( Braunschweiger Zeitung vom 05. Dezember 2020):

Ohrwurm ist nicht gleich Ohrwurm. Das fällt mir bei dem Lesen des Artikels von Herrn Korte ein. Bei den Schreiben dieses Artikels ist der definierte Erfolgsautor nicht sehr erfolgreich. Ohrwürmer heißen ja deshalb so, weil sie bei den Menschen sehr geliebt sind und deshalb über die Ohren den Zugang in den Menschen finden. Meine Ohrwürmer sind Melodien, die ich von ganzem Herzen liebe und deshalb sehr gern höre. Das ist der Unterschied von meinen Ohrwürmern von denen, die Herr Korte beschreibt. Seine Ohrwürmer sind gemein und schädlich. Und deshalb mag ich seine Ohrkriecher nicht. Und Musik gegen unseren Willen sind keine Ohrwürmer; sie sine als Ohrenschreck ein Grausen und qualvolle Tortur für unsere Ohren. Sie sind die auch die Ursachen für die Toten durch den Missbrauch menschlicher Ohren.

Die echten Ohrwürmer sind in uns drin, sie leben zwischen unseren Ohren. Und bei den entsprechenden Anlässen werden sie in uns aktiv. Es ist so, als werden sie aus dem Schlafe aufgeweckt. Musikstücke werden nur dadurch zu Ohrwürmern, weil wir diese gern und deshalb immer wieder sehr gern hören. Ohrwürmer sind unsere Freunde und Lieblinge. Und wer uns liebt, verursacht uns kaum Schmerzen. Und nicht die Ohrlieblinge, sonders die Ohrschädlinge. Sie sind zu laut und auch ohrschädigend. Dazu zählt alles von Hinterseer, Carmen Nebel und fast alles, was heute Schlager und Volksmusik genannt wird. Ich weiß nicht, welche Sender Herr Korte hört, aber dich habe in den deutschen Medien kaum ein wirkliches Weihnachtslied gehört-weder in der Adventszeit noch an den Weihnachtsfeiertagen. Vielleicht ist Herr Korte bereit, den Lesern der Zeitung einen totsicheren Tipp geben, auf welchem Sender er solche Musik findet. Ohne eigene Musikkonserven sind die Bürger schon seit Jahren total aufgeschmissen. Klassische Musik wird verhöhnt und verpönt von den Medien. Früher war fast jeden Sonnabend/Sonntag Klassikzeit auf 3sat. Diese schöne Zeit kommt nie wieder. Was uns heute als angebliche Musik angedreht wird, das haben wir früher als Störungen weggedreht! Dazu gehören auch die im Artikel von Herrn Korte genannten Beispiele!

„Das Weihnachtslieder als Störung empfunden werden ist eine glatte Unterstellung. Den Menschen werden die Weihnachtslieder total entwöhnt durch die mangelhafte Kulturpolitik und durch die unterlassene kulturelle Erziehung der Menschen. Während meiner Schulzeit waren die klassischen Volkslieder noch fest im Musikunterricht der integriert. Aber Kultur scheint heute nur noch etwas für Idioten zu sein! –Da wundere sich bei solchen Ursachen noch ein Politiker des Landes, wo Rohheit und Gewalt heue herkommen. Menschlichkeit und gegenseitige Achtung entwickeln sich nicht im Selbstlauf. Die Ereignisse in Trier sind eine Folge davon.

Das ist doch das Gute an den Ohrwürmern, dass sie in unserem Kopfe bleiben. Dass ist die wichtigste Eigenschaft der Ohrwürmer. Ansonsten wären es keine. Was ist aber auf jeden Fall loswerden möchte, ist der uns von dem Medien auf die Menschen losgelassene Hör-Müll, den wir beide Ohren schleunigst verschließen sollten!“

Den Artikel finde ich etwas desolat und desorientiert. Der Autor hat meiner Meinung nach diesen Stoff nicht gründlich genug durchdacht! Es ist so, dass der Stoff in eine Art Korsett gepresst wurde, die zur Deformation des Themas führt!

Kurt Wolfgang Ringel

Boom der Meinungsneutralität und der Festigkeiten! (29.11.2020)

Zu „Berichterstattung war nicht neutral“ (Braunschweiger Zeitung vom 04. Oktober 2020):

Es boomt in Deutschland aller orten. Zwei dieser Boome möchte ich besonders hervorheben, den Boom, alles festzumachen. Da denke ich besonders an die Begriffe „klimafest“ und „zukunftsfest“. Wir können nur etwas festnageln, was sich total in der Gewalt des Menschen befindet. Das ist aber weder das Klima noch die Zukunft. Um solche Zaubereien zu bemühen, müssen sich schon die Leute, die solches vollbringen wollen, um Grimms und Bechsteins Märchen bemühen! Dass nichts fest ist in der Welt, wusste schon Heraklit: “Panta rhei“ (Alles fließt!

Soviel ich weiß, muss die Zukunft offen sein für alle Menschen. Und das Klima lässt sich von uns Menschen in kein Korsett sperren, es ist immer frei und dynamisch. Das, was viele Menschen als zukunfts- und klimafest erkannt haben wollen, das ist nur eine gehörige Portion Sand im Denk-Getriebe!

Als zweites Schmankerl denke ich an die „Meinungsneutralität“. Diese nenne ich eher Meinungstreue, denn sie besteht in dem exakten Nachbeten all der Meinungen, die die staatlichen Medien ihren Medienkonsumenten vorbeten. Um die Übereinstimmungen zwischen den Artikeln und Leserbriefen festzustellen, reicht es völlig aus, beides miteinander zu vergleichen. Diese Leser sind Meinungsneutral und sie glauben, es von allen Medienkunden ebenfalls verlangen zu können. Kritische und selbstdenkende Menschen sind solchen Leuten verpönt. Aber wer anderen nur etwas nachplappert, der ist ein Papagei. Und diese haben bekanntlich keine eigene Meinung! – Berichte halten sich an Fakten, nicht an Neutralitäts-Gebote!

Kurt Wolfgang Ringel

Werte respektieren heißt nicht, sie zu akzeptieren! (07.11.2020)

Zu „Islam stellt Religion über Meinungsfreiheit“ (Braunschweiger Zeitung vom 06. November 2020)

Der Leser ist bei seinen Ansichten nicht ganz exakt. Mehr oder weniger stellen alle Religionen die eigenen Dogmen über die Meinungsfreiheit. In welchem Grade dies geschieht, ist von der Stärke der Demokratie in dem Staat, in der die Religion existiert, abhängig. Das ist bei dem Judentum und bei dem Islam nicht anders als bei dem Christentum. Wäre das anders, bedeutete dies die Aufgabe der eigenen Religion.

Falsch ist die Meinung, dass jeder, der in einem fremden Lande als Gast lebt, die dort herrschenden Werte und Gesetze akzeptieren muss. Andersherum wird ein Schuh daraus; Fremde in unserem Land müssen die hier herrschenden Vorschriften einhalten. Die Gesetze und die Werte eines Gastlandes zu respektieren muss nicht unbedingt einschließen, sie zu akzeptieren. Das ist überall so. Nicht nur bei den Religionen.

Wir müssen uns deutlich machen, dass selbst wir als Deutsche nicht alle und jedes Gesetz im Lande akzeptieren. Auch viele viele Gesetze und Werte nur auf einzelne Bundesländer zugeschnitten. Erinnern möchte an in diesem Zusammenhang an die Regel „Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr“. Wie viele Millionen   Menschen in unserem Lande sind es, die diese Vorschrift nicht respektieren, geschweige denn akzeptieren. Und erst der Streit um Tempo 130 auf der Autobahn. Da sollten wir Deutschen doch lieber zuerst mit uns selbst ins Gericht gehen, bevor wir über andere urteilen!

Und wie korrekt sind denn unsere oft und vielgepriesenen Werte wirklich. Tun wir uns in Deutschland nicht seit Jahrzehnten schwer, die 1945 verkündete „Charta der Menschenrechte“ aktiv und real im Lande zu verwirklichen? Das fehlt uns aber noch ein ganzes Stück! Ja, wir müssen unsere eigenen Werte zwar nicht unter den Scheffel stellen, aber auf die Goldwaage sollten wir sie ebenfalls nicht legen. Alle Werte sind veränderlich, auch die in unserem Lande.   Deshalb müssen wir sie, wie das bei dem Ur-Kilogramm und bei bei Ur-Meter geschieht, regelmäßig vergleichen mit der Realität, ob die Parameter unserer Werte überhaupt noch realistisch sind. Und diese Werte müssen ständig nachkorrigiert und der Realität angepasst werden.

Unsere Werte sind   nicht absolut akzeptabel, denn dann müssten wir viele andere Werte haben, als die, für die viele zu oberflächliche Menschen schwärmen.   Und wir dürfen nicht vergessen,   dass Menschen, die zu uns kommen, die Meinungsfreiheit ihres Landes vertreten.

So, wie wir als Europäer nicht die Religion annehmen wollen, wenn wir in ein anderes Land fahren und unsere Religionen und Ansichten dort behalten wollen, so ist es umgekehrt genauso.

Das schließt aber nicht grundsätzlich aus, dass Menschen   aus unterschiedlichen Kulturen sich weiter entwickeln. Dadurch werden bestehende Kulturen in neue Kulturen aufgehen. Das ist der Lauf der kulturellen Entwicklung, die erst dann zu Ende ist, wenn die Menschheit aussterben sollte.

Kurt Wolfgang Ringel

Gibt es keine sinnvolle Beschäftigung? (27.10.2016)

Zu „Grusel-Clowns“ (Braunschweiger Zeitung vom 26. Oktober 2016):

Die Grusel-Clowns sind die Fortsetzung der Fernseh-Monster-Kriminalität in der Realität. Ehrlich gesagt, es ist sehr erschreckend, was besonders auch Kindern und Jugendlichen auf den Bildschirmen an Brutalität, Horror und Unterwelt vorgesetzt wird. Das fördert regelrecht den Nachahmungstrieb. – Auch wird Halloween durch alle Medien hochgeputscht und hochgejubelt, so dass für uns die ernsten Folgen wahrlich keine Überraschung sind.

Ich vermisse die Gegenaufklärung. Besonders  schweigsam verhalten sich die Kirchen und die Schulen. Und warum ist nicht vom Reformationstag die Rede, deren Feier zum 500. Jahrestag der Reformation schon in Vorbereitung sein soll? – Ich habe weder in Zeitungen noch in den anderen Medien gelesen noch Stellungnahmen gehört, in denen vor solchem Halloween-Missbrauch gewarnt wird. Dieser Missbrauch durch die Grusel-Clowns ist unter Strafe zu stellen. Hier ist auch der Staat gefordert.

Auch müssen die Schulen und alle Einrichtungen, die an der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen beteiligt sind, diese Menschen über die Gefahren aufklären, die von solchem Unfug ausgehen. Dabei sollten auch Fragen von Moral und Ethik angesprochen werden. Nur so können die Jugendlichen erkennen, wovon sie besser die Finger lassen sollten.

Wie ist das hier mit dem Vermummungsverbot? Darüber sollten die Politiker gründlich nachdenken. So ein Grusel-Clown ist ja schließlich um ein vielfaches gefährlicher als eine Frau, die einen Schleier trägt.

Gibt es keine sinnvolle Beschäftigung für unsere Kinder und Jugendlichen? Müssen die Jugendlichen solchen gefährlichen Unfug treiben? Auch darüber sollte mit den Kindern und Jugendlichen gesprochen werden. Welches Angebot hält unsere Gesellschaft für diese Menschen parat?

Mit menschlichen Grüßen

Kurt Wolfgang Ringel

Nazisymbole sind   schon durch Alliierte verboten! (01.10.2020)

Zu „SPD fordert Verbot von Reichsflaggen“ (Braunschweiger Zeitung vom 01. Oktober 2020):

Diese Bundesrepublik Deutschland ist ein Land der negativen Überraschungen. Da fordert die SPD, das zu verbieten, was schon seit Ende des Zweiten Weltkrieges verboten ist: Das Zeigen und der Umgang mit Nazi-Symbolen aller Art. Wie politisch weit hinkt die kapitalistische Gesellschaft der Zeit hinterher? Ich vermute, sehr viele Jahrzehnteweit! Auch auf diesem Gebiet hat die BRD unbedingt Nachholebedarf gegenüber der DDR!

Durch die Alliierten sind diese Symbole der Nazizeit und des Faschismus verboten worden. Hat die BRD da was von Anfang an verpasst? In einem Staat, in dem Faschisten wie Globke, Gehlen, Speidel und viele andere in Staatsdiensten waren, darf sich niemand wundern über den Gebrauch von reaktionären und menschenverachtenden Symbolen im Lande.

Kurt Wolfgang Ringel

Über Glücksheuchelei und über wirkliches Glück! (07.09.2016)

Zu „Selbst ernannte Ministerin für Glück“ (Braunschweiger Zeitung vom 03. September 2016)

»„GEBT MIR Generäle, die Glück haben!“ rief Napoleon einmal aus. Das erinnert mich an Goethes Faust, der sich beklagte: „Wie sich Verdienst und Glück verketten,/ Das fällt den Toren niemals ein“. Glück kann ein großer Wohltäter sein. Es kann auch die Ursache von Katastrophen sein. Ich erinnere mich undeutlich an einen dieser übelwollenden griechischen Götter – oder war es eine Göttin? -, der seine menschlichen Opfer dadurch zugrunde richtete, dass er sie glücklich machte. Glück geht mit Hybris einher. Und Hybris* führt zur Nemesis.**«[1]

  Aber Vorsicht damit,  Kriterien aufzustellen,  und danach einen Weltglücksbericht aufzustellen. Damit ist es nicht genug. Der Gipfel des Unfugs ist, wenn gewisse Kreise eine Länderklassifikation, eine Einstufung von Ländern nach der Menge des angeblich in den Ländern vorhandenen Glück Glücks-Kriterien festlegen. Eine solche Einordnung ist genauso unrealistisch wie sinnlos.

    Beihilfe zum Glück kann hilfreich sein. Wir können unsere Mitmenschen zu Aufmerksamkeit verhelfen, kann er persönliche Glücksmomente erleben. Dazu gehören vor allem, die Aufmerksamkeit im Leben und das selbstständige Denken. Aber wir müssen auf der Hut sein, denn oft wird uns der Weg zum Glück nur vorgeheuchelt.

    Warum das Glücksempfinden von sehr gern missbraucht wird, liegt an den real existierenden gesellschaftlichen Verhältnissen. Immer zu Zeiten, in denen es der Gesellschaft bzw. einem großen Teil von ihnen schlecht geht, wird zu unlauteren Mitteln gegriffen, um den Menschen vorzugaukeln, dass für sie  doch alles Glück der Welt  vorhanden wäre. Diese Gefühlsheuchelei und Glückssuggestion wird als ideologisches Rauschgift, wird als Droge eingesetzt, um miserable gesellschaftliche Verhältnisse zu verschleiern, um Wahrheiten vor Menschen zu verbergen. Es geht in Wahrheit nicht um menschliches Glück; sondern um das Glück als Droge. Darin liegt die Gefährlichkeit dieses Treibens. Und viele Menschen durchschauen dieses Spiel, welches mit ihnen getrieben wird?

Besonders diffus ist der gehobene Blödsinn „22 gute Gründe für das große Glück“. Der genannte Blödsinn verärgert die Leser nicht nur; er macht auch niemanden glücklich. Jeder, der das Pamphlet liest wird sofort merken, dass dies nicht das Geringste mit Glück zu tun hat.

Sowas können nur Leute schreiben, die in eigenem Safte schmoren und jede Verbindung zur Realität verloren haben. Die Punkte sind allesamt an den Haaren herbeigezogen. Dagegen sträubt sich der gesunde Menschenverstand von selbst, ohne jede Aufforderung. Diese Punktekonstruktion hat absolut nichts damit tun, was der Mensch Glück nennt.

    Aber was ist nun Glück wirklich?- Fragen wir doch das Lexikon:

»Glück, im objektiven Sinn eine Lebenslage, im subjektiven ein Gemütszustand. Im ersteren Sinne bezeichnet es den Besitz  eines an sich wünschenswertes Gutes (Gesundheit, Reichtum usw.), dessen Erlangung weder gewiss, noch auch nur ( für den Betreffenden) besonders wahrscheinlich war; im letzteren Sinne das aus jenem Besitz entspringende  Lustgefühl, dann überhaupt den Zustand vollkommener innerer Befriedigung ( Glückseligkeit, siehe daselbst).

Vergleiche Eudämonismus und Bentham, über die Personifikation des Glücks siehe Fortuna.«[2]

Auch der Philosoph Karl Raimund Popper ist da anderer Meinung. Er hält auch nichts von all der Glücksheuchelei und auch nichts von Glückssuggestion. Doch lesen Sie selbst:

»Es gibt den klassischen positiven Utilitarismus und einen negativen, der hier zu erläutern ist. Das Ziel des klassischen Utilitarismus ist „Das größte Glück der größten Zahl“. Zu Recht warnt aber der kritische Rationalist KARL RAI­MUND POPPER (1902-1994) in seiner Schrift Die offene Gesellschaft und ihre Feinde (Bd. 2, S. 291 f.) davor, zu versuchen, andere Menschen aufgrund per­sönlicher emotionaler Glücksempfindungen glücklich machen zu wollen:

„Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste. Ein solcher Wunsch führt unvermeidlich zu dem Versuch, anderen Menschen unsere Ordnung ‚höherer‘ Werte aufzu­zwingen, um ihnen so die Einsicht in Dinge zu verschaffen, die uns für ihr Glück am wichtigsten zu sein scheinen; also gleichsam zu dem Versuch, ihre Seelen zu retten. Dieser Wunsch führt zu Utopismus und Romantizismus. Wir alle ha­ben das sichere Gefühl, dass jedermann in der schönen, der vollkommenen Gemeinschaft unserer Träume glücklich sein würde. Und zweifellos wäre eine Welt, in der wir uns lieben, der Himmel auf Erden. Aber wie schon früher ausgeführt – der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle. Dieser Versuch führt zu religiösen Kriegen und zur Rettung der Seelen durch die Inquisition. Und beruht meiner Ansicht nach auf einem völligen Miss­verständnis unserer sittlichen Pflichten. Es ist unsere Pflicht, denen zu helfen, die unsere Hilfe brauchen; aber es kann nicht unsere Pflicht sein, andere glück­lich zu machen, denn dies hängt nicht von uns ab und bedeutet außerdem nur zu oft einen Einbruch in die private Sphäre jener Menschen, gegen die wir so freundliche Absichten hegen.“

Da es nach diesen Erkenntnissen nicht möglich erscheint, einen universellen Glücksbegriff so zu definieren, dass das „größte Glück der größten Zahl“ als ethisches Ziel weiter verfolgt werden kann, stellt der Wissenschaftstheoretiker POPPER die utilitaristische Idee – frei nach KARL MARX (1818-1883) – vom „Kopf auf die Füße“ und entwickelt aus dem positiven einen negativen Utili­tarismus. Hier ist nicht mehr das größte Glück der größten Zahl das Ziel, sondern deren geringstes Leid; Leid-Verminderung statt Glück-Maximierung.

Geht man davon aus, dass für eine rational begründbare Ethik die Glückselig­keit oberstes Ziel ist, aber fest steht, wie POPPER nachweisen konnte, dass die Glücksempfindungen individuell verschieden sind, kann nur in einem negati­ven Utilitarismus eine Lösung gesucht werden., Man kommt einer „Glückseligkeit“ immer näher, je weniger man unglücklich ist.« [3]

Über die Meinung von Karl Raimund Popper sollten besonders alle die nachdenken, die der weltfremden Gefühlsheuchelei erlegen sind. Es ist  nicht in jeder Kiste, auf der Glück steht, auch das Glück drin. Meist ist der Inhalt unecht.

PS. zu meinen Gedanken: Die folgenden Begriffe erleiden in den bürgerlichen Medien analoge Qualen wie das Glück. Da wären z. B. der Sex, die Bikiniform, die Wunderheilung und die zwischenmenschlichen Beziehungen (Liebe). Auch hier sollen Drogen helfen. Und diese Drogen heißen Viagra, Potenzmittel, Diät, dubiose Lebenselixiere und der Liebestrank. Das einzige, was dabei rasch abnimmt, ist der Inhalt Ihres Geldbeutels.

    Neu ist: Wer zwölf Semester Arztserien geschaut hat und dies überzeugend nachweisen kann, erhält den Quacksalber-Bachelor. – Lesen Sie auch das Buch „Benimm Dich erfolgreich!“

Und nun aber ran!


 QUELLEN UND HINWEISE

[1] Uri Avnery, geboren 1923 in Deutschland, israelischer Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist, war in drei Legislaturperioden für insgesamt zehn Jahre Parlamentsabgeordneter in der Knesset. Sein Buch „Israel im arabischen Frühling – Betrachtungen zur gegenwärtigen politischen Situation im Orient“ ist in der NRhZ Nr. 446 rezensiert. (NRhZ = Neue Rheinische Zeitung als Flyer)

* Hybris

Hybris, ursprünglich Begriff des attischen Rechts als Anwendung körperlicher Gewalt, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und schimpflicher Angriff überhaupt, ähnlich im alexandrinischen Recht. Im übertragenen Sinne Hochmut und Anmaßung der Menschen gegenüber den Göttern.

Aus: Antike in Stichworten, G. Löwe/ H. A. Stoll, Koehler & Armelang Leipzig 1967, S. 143

**Nemesis

Nemesis, in der griechischen Mythologie das als Göttin personifizierte Zuteilen der Strafe für Schuld und Anmaßung, bei Homer nur Begriff, bei Hesiod Tochter der Nacht; in den Kypria ist sie durch Zeus sogar Mutter der Helene. Die älteste Kultstätte der Nemesis dürfte Smyrna ge­wesen sein, dann Rhamnus in Attika, dessen Kultbild von Agorakritos stammte. Ihre Sym­bole sind Elle und Zügel, da sie das gerechte Maß wahrt. Häufige Darstellungen auf Mün­zen und Gemmen; das rhamnische Kultbild des Agorakritos in Fragmenten erhalten (Athen, Nationalmuseum).

Aus:  Antike in Stichworten, G. Löwe/ H. A. Stoll, Koehler & Armelang Leipzig 1967; S. 215

[2] Meyers Lexikon (1926), Siebente Auflage, Bibliographisches Institut Leipzig, Band IV;  Spalte 324

[3] Stichwort : Negativer Utilitarismus, der, in: Lexikon des freien Denkens,

ISBN 978-943624-32-8;

Herausgeber: Dr. Dr. Jan Bretschneider (*1938) / Prof. Dr. Hans-Günter Eschke (1930 – 2007); Lose Blattsammlung in Ordner.

utilitär = auf den Nutzen bezüglich

Utilitarismus =  Nützlichkeitslehre, Nützlichkeitsstandpunkt

 ( aus Duden/Deutsche Rechtschreibung)

Mit  echt glücklichen Gefühlen

Kurt Wolfgang Ringel

Sind Menschenwürde und Humanität geschäftsschädigend und lebensqualitätsmindernd? (16.01.2015)

»Tja, wo lassen wir denn nun die Alten? Auf den Mond schießen geht nicht. Schade, da würden sie keinen stören. Und man würde nicht ständig daran erinnert werden, dass man selbst auch alt wird. Dass wir mal Kinder waren haben wir auch längst vergessen. Kindergärten und Spielplätze wollen wir ja auch nicht in unserer Nachbarschaft. Neulich wurde im Parlament stundenlang über die Sterbehilfe debattiert. Vielleicht wird man auch bald darüber debattieren, wie lange ein Mensch maximal leben sollte. Wann ist es genug – nach 80 oder 90 Jahren? Der Satz „Alte, gebt den Löffel ab!“ ist auch schon öffentlich gefallen. In drei bis vier Generationen ist man vielleicht da angekommen, dass man darüber debattiert, wie man es den Alten schmackhaft machen kann, freiwillig mit ärztlicher Hilfe aus dem Leben zu scheiden. Viele würden das sicher dankbar annehmen. Hiermit möchte ich mich also entschuldigen, dass ich bereits 82 Jahre bin und möglicherweise auch mal ein Seniorenheim in Anspruch nehmen muss oder dem Staat zur Last fallen könnte. Ich werde versuchen, so unauffällig wie möglich zu altern!« [1]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das was heute so abgeht in Braunschweig ist nur ein Beispiel der kapitalistischen Entwicklung in Deutschland. Das Verwerfliche daran ist, das wir schon so weit gekommen sind, dass sich Bürger in ihrer Lebensqualität gestört und belästigt fühlen, nur weil Menschen um sie herum leben, die nun mal alt oder krank sind. Es ist doch der Lebenslauf, das die Menschen von Geburt an unterschiedliche Lebensstufen durchlaufen. Auch das höhere Lebensalter gehört dazu. Worum geht es hier denn eigentlich? Eine Leserin schreibt folgendes:

»Gegen das geplante Bauprojekt der BBG im Heidberg gehen unglaublicherweise während einer Sondersitzung mehr als 150 Anwohner der näheren Umgebung auf die Barrikaden, lassen ihre Emotionen hochkochen, sammeln Unterschriften gegen die Menschlichkeit. Ich schäme mich für so viel Ignoranz dem Leben und Sterben gegenüber. Ein Senioren- und Pflegeheim mit 84 Plätzen für kranke und ältere Menschen war der Grund für schlaflose Nächte. Da vergleicht der Bezirksbürgermeister das evtl. Verkehrsaufkommen durch ein Seniorenheim mit einem Hotelbetrieb (schön wäre es) und maßt sich an, darauf hinzuweisen, dass aus seiner Sicht die Lage für ein solches Objekt, abseits öffentlicher Verkehrsmittel und irgendwelcher Supermärkte, alles andere als optimal sei. Jüngere Menschen sollen in den Stadtteil kommen….. « [2]

Die Bürger, die gegen das Seniorenheim protestierten, sind sehr kurzsichtig. Es ist nicht allein das Alter, was ein Leben in einem Pflegeheim erforderlich machen kann. Es haben manche Menschen auch Krankheiten, so dass eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich ist. Und wie schnell können Personen, die kein Seniorenheim in ihrer Nähe haben wollen, gezwungen sein, in einem Heim zu leben. Ich erinnere nur an die Unfälle, die tagtäglich passieren. – Wieviel Arroganz, Überheblichkeit und Egoismus wird aus dem Verhalten der Bürger sichtbar.

Und das Non-Plus-Ultra solcher Verhaltensweisen ist bei manchem Bürger noch in schlechter Erinnerung. Es war die Zeit des Faschismus in Europa. Während dieser Zeit wurde, was der Nazi-Jargon „lebensunwertes Leben“ nannte, vernichtet. Sind dies, was wir hier erleben, erneute Anfänge auf dem Wege zur Ausgrenzung und Kriminalisierung von Menschengruppen? – Mich erinnert ein solches Verhalten der Bürger von BS-Heidberg an eine schlimmere Form von Udo Jürgens „Ehrenwertes Haus“.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es gehen neue Geister um in der Welt. Und der Geist in Braunschweig ist nur einer von ihnen. Es sind keine flotten Geister. Nein, eher sind engstirnige, egoistische Geister. Wo kommen diese Gespenster denn nur her? Der Schlaf der Vernunft ruft diese Ungeheuer hervor. Und die Politiker des kapitalistischen Systems tragen auch mit die Verantwortung dafür. Sie waren und sind dabei, im Auftrage aller Profitsüchtigen, die sozialen Grundlagen abzubauen bzw. zu zerstören.
Das Schlimme ist nun, das es Bürger und Bürgergruppen gibt, die in die Fußstapfen dieser Politiker treten. Der Sozialabbau ist auch zu einem Bürgersport geworden.
Was hier in den unverschämten Bürgerinitiativen ihren Ausdruck findet, ist die Forderung nach Sozialabbau. Und das durch eine verwöhnte Einwohnerkaste, die sich in ihrer Selbstgefälligkeit gestört fühlt. Es ist ein völlig überzogenes Handeln von Bürgern, denen es scheinbar noch zu gut geht. Wäre es nicht so, dann hätten diese Bürger verständnisvoller gehandelt.

Wo aber bleibt der Hinweis auf das Grundgesetz? Und auch auf die Deklaration der Universellen Menschenrechte? Steht dort nicht, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind. Deshalb muss ich fragen, warum das Grundgesetz missachtet wird. Nichts anders als eine Gesetzesverletzung ist das Verhalten der Bürger. Und die Stadtverwaltung hat nichts in der Hose, um energisch dagegen anzugehen. Ist ein solches Verhalten Ausdruck von christlicher Moral und Ethik? Wie war das gleich mit den zehn Geboten?

Die Gründe für ein solches menschenfeindliches liegen bei den Staat und ihren Politikern! Der Staat lebt doch den Menschen Arroganz und Egoismus per Gesetz und Handeln tagtäglich vor. Ich sehe die Hartz-VI-Empfänger und all die Menschen, bei denen das Geld weder zum Sterben geschweige denn zum Leben reicht. Obendrein werden diese Menschen verhöhnt und kriminalisiert. Diese wirtschaftsorientierte Staatspolitik lässt doch jede ehrliche Sorge und Fürsorge für menschliche Belange außen vor!

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
»Die lange vorherrschende Tendenz, Krankheit, Alter und den Tod zu verdrängen, ist auch hier wieder deutlich gemacht worden. Da wird dann zu Weihnachten gespendet für die Armen dieser Welt, nur die Behinderten vor der eigenen Haustür sollten wohl doch besser im Ernstfall auf die grüne Wiese, um den Anblick nicht als tägliche Belästigung ertragen zu müssen…..
Das einzige was sie möchten, ist ein Leben in Würde und Akzeptanz. Die BBG hat schon mit dem in der Tuckermannstraße gebauten Seniorenheim, in dem übrigens nicht nur ältere Bewohner leben, ein wunderbares, innovatives Zuhause für kranke und ältere Menschen geschaffen. Leider gibt es viel zu wenige Häuser dieser Art. Es wäre ein Fortschritt für die Stadt Braunschweig, wenn es mehr Investoren für altersgerechtes Wohnen in Verbindung mit einem Pflegeheim geben würde. Während in anderen Großstädten dieses Problem lange erkannt wurde, hinkt Braunschweig hinterher. Nicht nur Eigentumswohnungen für Reiche sind da gefragt, auch Menschen mit einem geringeren Einkommen haben bei einer schweren Erkrankung oder im Alter das Recht auf einen bezahlbaren Wohnraum.« [3]

Und es ist zwingend notwendig, ernsthaft darüber nachzudenken. Wie schnell kann es passieren, dass Menschen selbst in eine Situation kommen, und auf eine solche Wohnung angewiesen sind.
QUELLEN:
[1] Entschuldigung, dass ich 82 bin; Zu „Vier neue Wohnblocks im Heid­berg“ vom 20. November über die Pläne an der Greifswaldstraße; Von Nicola Trostorff, Braunschweig, Braunschweiger Zeitung vom 23. Dezember 2014
[2] Ich schäme mich für so viel Ignoranz/ Zu „Vier neue Wohnblocks im Heid­berg“ vom 20. November über die Pläne an der Greifswaldstraße
Von Ilona Nowak-Zimmermann, Braunschweig, Braunschweiger Zeitung vom 23. Dezember 2014
[3] Ebenda

Ich bitte alle, denkt mal drüber nach!
Mit menschlichen Grüßen

Kurt Wolfgang Ringel